Anstieg der Exporte im ersten Halbjahr
Einfuhren nahmen ebenfalls zu

Der rheinland-pfälzische Außenhandel hat sich im ersten Halbjahr 2016 günstig entwickelt. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres Waren im Wert von 26,9 Milliarden Euro exportiert, was eine Steigerung um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet (Deutschland: plus 1,4 Prozent). Die Importe legten ebenfalls zu; sie erhöhten sich um 1,2 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro (Deutschland: plus 0,2 Prozent).

Ausfuhren

Der Anstieg der Ausfuhren ist auf einen Zuwachs bei den Exporten in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union zurückzuführen. In die EU-Länder wurden Waren im Wert von 17,1 Milliarden Euro geliefert; das waren knapp 64 Prozent aller rheinland-pfälzischen Ausfuhren. Insbesondere die Ausfuhren in die EU-Mitgliedstaaten, die nicht der Eurozone angehören, erhöhten sich kräftig (plus 13,8 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro). Aber auch der Absatz in die Länder der Eurozone lag mit 11,6 Milliarden Euro bzw. plus 5,7 Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die Exporte in europäische Länder außerhalb der EU fielen im ersten Halbjahr 2016 niedriger aus als ein Jahr zuvor (minus 2,4 Prozent). Der Absatz rheinland-pfälzischer Waren auf anderen Kontinenten war ebenfalls rückläufig. So schrumpften die Ausfuhren nach Amerika um 6,7 Prozent, nach Asien um 3,4 Prozent und nach Afrika um 11,1 Prozent. Nur die Exporte nach Australien und Ozeanien, die allerdings eine geringe Bedeutung haben, erhöhten sich um 17,0 Prozent. Die wichtigsten Handelspartner im Exportbereich waren Frankreich, die Vereinigten Staaten und die Niederlande.

In den Branchen, die für das rheinland-pfälzische Auslandsgeschäft bedeutend sind, verlief die Entwicklung uneinheitlich. Die Exporte chemischer Erzeugnisse blieben gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 fast unverändert (minus 0,1 Prozent). Zuwächse gab es hingegen bei der Ausfuhr von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (plus 5,3 Prozent), von Maschinen (plus 4,7 Prozent) und von pharmazeutischen Erzeugnissen (plus 5,3 Prozent). Einbußen waren beim Export von Gummi- und Kunststoffwaren (minus 3,2 Prozent) sowie von Metallen (minus 7,6 Prozent) zu verzeichnen.

Einfuhren

Die Importe aus den Mitgliedstaaten der EU sind im ersten Halbjahr 2016 ebenfalls gestiegen. Waren im Wert von 11,7 Milliarden Euro – zwei Drittel aller rheinland-pfälzischen Einfuhren – wurden aus EU-Ländern importiert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhten sich die Lieferungen um 5,1 Prozent. Einfuhren in Höhe von 8,9 Milliarden Euro kamen aus dem Euroraum (plus 4,2 Prozent). Der Wert der Importe aus den EU-Ländern außerhalb der Eurozone belief sich auf 2,9 Milliarden Euro (plus 8,0 Prozent). Der Handel mit den europäischen Staaten außerhalb der EU war hingegen stark rückläufig (minus 22,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro). Die Einfuhren von den übrigen Kontinenten entwickelten sich unterschiedlich. Während die Lieferungen aus Asien um zwei Prozent sowie aus Australien und Ozeanien um 1,3 Prozent zunahmen, gingen die Importe aus Amerika um 4,9 Prozent und aus Afrika um 2,9 Prozent zurück. Die wichtigsten Handelspartner im Importgeschäft waren die Niederlande, Belgien und Frankreich.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen)