Außenhandel von Januar bis September 2016: Steigerung bei den Ex- und Importen

Der rheinland-pfälzische Außenhandel liegt weiterhin auf Wachstumskurs. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden von Januar bis September 2016 Waren im Wert von 40 Milliarden Euro exportiert; das waren 2,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (Deutschland: plus 0,8 Prozent). Die Einfuhren erhöhten sich ebenfalls (plus 1,1 Prozent; Deutschland: minus 0,2 Prozent). Der Wert der rheinland-pfälzischen Importe belief sich in den ersten drei Quartalen auf 25,7 Milliarden Euro.

Ausfuhren

Die Zunahme der Ausfuhren ist fast ausschließlich auf eine Steigerung des Absatzes in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union zurückzuführen. Aus Rheinland-Pfalz wurden von Januar bis September Waren im Wert von 25,3 Milliarden Euro in EU-Länder exportiert, was einem Anteil von 63 Prozent an den Ausfuhren des Landes entspricht. Einen besonders kräftigen Zuwachs gab es bei den Exporten in EU-Mitgliedstaaten, die nicht der Eurozone angehören (plus 10,9 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro). Aber auch die Lieferungen in die Euroländer lagen mit 17,1 Milliarden Euro bzw. plus 5,3 Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Hierzu trug unter anderem Frankreich als wichtigster Handelspartner im Exportbereich bei – die Ausfuhren in das Nachbarland legten um 8,3 Prozent zu. Rückläufig waren hingegen die Ausfuhren in europäische Länder außerhalb der EU (minus 3,2 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro).

Beim Absatz auf anderen Kontinenten mussten die rheinland-pfälzischen Exporteure Einbußen hinnehmen. Der stärkste prozentuale Rückgang war bei den Ausfuhren nach Afrika zu verzeichnen (minus 9,9 Prozent). Aber auch die Exporte nach Amerika ließen deutlich nach (minus 7,7 Prozent), was u. a. auf das schwache Geschäft mit den USA zurückzuführen ist: Die Lieferungen in die Vereinigten Staaten, die im Exportbereich der zweitwichtigste Handelspartner sind, gingen um 9,2 Prozent zurück; unter anderem wurden weniger pharmazeutische Erzeugnisse in die USA ausgeführt. Eine deutliche Steigerung war bei den Exporten nach Australien und Ozeanien zu verzeichnen (plus 26,3 Prozent), wertmäßig fallen die Ausfuhren in diese Region jedoch kaum ins Gewicht.

In den Branchen, die für das rheinland-pfälzische Auslandsgeschäft bedeutend sind, verlief die Entwicklung in den ersten drei Quartalen 2016 uneinheitlich. Das wichtigste Exportgut sind chemische Erzeugnisse; ihr Ausfuhrwert lag um 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Höhere Zuwächse gab es beim Export von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie Maschinen (plus 5,7 bzw. plus 4,5 Prozent). Fast unverändert blieb die Ausfuhr pharmazeutischer Erzeugnisse (plus 0,3 Prozent). Einbußen waren beim Export von Gummi- und Kunststoffwaren (minus 4,6 Prozent) sowie von Metallen (minus 11,5 Prozent) zu verzeichnen.

Einfuhren

Die Importe aus den Mitgliedstaaten der EU sind ebenfalls gestiegen. Von Januar bis September 2016 wurden Waren im Wert von 17,5 Milliarden Euro – gut zwei Drittel aller rheinland-pfälzischen Einfuhren – aus EU-Ländern importiert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhten sich die Lieferungen um 4,9 Prozent. Aus dem Euroraum kamen Einfuhren in Höhe von 13,3 Milliarden Euro (plus 4,7 Prozent). Der Wert der Importe aus den EU-Ländern außerhalb der Eurozone legte um 5,5 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zu. Der Handel mit den europäischen Staaten außerhalb der EU war hingegen stark rückläufig (minus 19,7 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro). Die Einfuhren von den übrigen Kontinenten entwickelten sich unterschiedlich: Zuwächse gab es bei den Importen aus Australien und Ozeanien (plus 6,5 Prozent), Afrika (plus 6,0 Prozent) und Asien (plus 1,3 Prozent). Die Importe aus Amerika nahmen hingegen um 7,8 Prozent ab. Dazu trug unter anderem ein starker Rückgang der Importe aus Brasilien bei; die Einfuhren aus den USA lagen um 1,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen/Auswertungen)