Außenhandel verzeichnete im ersten Quartal Aus- und Einfuhrplus

Der rheinland-pfälzische Außenhandel startete mit Zuwächsen ins Jahr 2017. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden im ersten Quartal Waren im Wert von 13,8 Milliarden Euro exportiert, was eine Steigerung um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet (Deutschland: plus 8,5 Prozent). Der Wert der Importe erhöhte sich um 11,8 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro (Deutschland: plus zehn Prozent).

Ausfuhren

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden im ersten Quartal 2017 Waren im Wert von 8,6 Milliarden Euro geliefert; das waren 63 Prozent aller rheinland-pfälzischen Ausfuhren. Die Exporte in die EU-Länder lagen um 4,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Während der Absatz in die Länder der Eurozone um 5,1 Prozent zunahm, erhöhten sich die Ausfuhren in die Mitgliedstaaten, die nicht der Eurozone angehören, um 3,2 Prozent. Die Exporte in das Vereinigte Königreich, das seinen EU-Austritt angekündigt hat, stiegen um 1,6 Prozent. Die Ausfuhren in europäische Länder außerhalb der EU entwickelten sich mit einem Plus von neun Prozent überdurchschnittlich. Hier legten insbesondere die Exporte nach Russland zu (plus 23,5 Prozent).

Die Ausfuhren nach Asien nahmen deutlich zu (plus acht Prozent). Die Lieferungen nach Amerika gingen hingegen um 1,8 Prozent zurück. Ein wesentlicher Grund dafür ist das schwächere Auslandsgeschäft mit den USA (minus 8,1 Prozent), das in erster Linie auf einen Rückgang der Exporte pharmazeutischer Erzeugnisse zurückzuführen ist. Die Ausfuhren nach Afrika stagnierten. Nach Australien und Ozeanien wurden im ersten Quartal zwar um 45,4 Prozent mehr Waren geliefert, ihr Anteil am gesamten Exportwert von Rheinland-Pfalz liegt aber nur bei einem Prozent.

Ein kräftiger Anstieg war im ersten Quartal 2017 bei der Ausfuhr chemischer Erzeugnisse zu verzeichnen (plus 11,5 Prozent). Größere Zuwächse gab es außerdem beim Export von Maschinen sowie von Metallen (plus 5,5 bzw. plus vier Prozent). Die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen konnten ihren Auslandsabsatz um 1,6 Prozent steigern. Dagegen gingen die Exporte von Kraftwagen und Kraftwagenteilen um 4,8 Prozent zurück. Im Bereich der Gummi- und Kunststoffwaren blieb das Auslandsgeschäft fast unverändert.

Einfuhren

Die Einfuhren aus den Mitgliedstaaten der EU lagen im ersten Quartal 2017 deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (plus 10,7 Prozent). Es wurden Waren im Wert von 6,3 Milliarden Euro aus EU-Ländern importiert; das machte zwei Drittel aller rheinland-pfälzischen Einfuhren aus. Die Importe aus dem Euroraum stiegen um zehn Prozent; die Lieferungen aus den EU-Ländern außerhalb der Eurozone nahmen um 12,8 Prozent zu. Überdurchschnittlich entwickelte sich der Handel mit den europäischen Staaten außerhalb der EU (plus 18,6 Prozent), was u. a. auf einen starken Zuwachs der Importe aus der Schweiz zurückzuführen ist (plus 40,9 Prozent). Die Einfuhren aus Amerika nahmen um 1,9 Prozent ab. Insbesondere aus den USA und aus Brasilien wurde weniger importiert als im ersten Quartal 2016. Dagegen stiegen die Importe aus Asien und aus Afrika deutlich an (plus 19,2 bzw. plus 52,1 Prozent).

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

 

Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen von Januar bis März 2016 und 2017
Merkmal 2016 2017 Veränderung
in %
Mill. EUR Anteil in % Mill. EUR Anteil in %
EU-Länder 8.250 62,7 8.622 62,6 4,5
Eurozone 5.591 42,5 5.879 42,7 5,1
Nicht Eurozone 2.659 20,2 2.743 19,9 3,2
Übriges Europa 910 6,9 992 7,2 9,0
Amerika 1.823 13,9 1.790 13,0 -1,8
Asien 1.789 13,6 1.932 14,0 8,0
Afrika 294 2,2 294 2,1 0,0
Australien / Ozeanien 92 0,7 134 1,0 45,4
Ausfuhr insgesamt 13.160 100,0 13.765 100,0 4,6
EU-Länder 5.724 66,7 6.335 66,0 10,7
Eurozone 4.343 50,6 4.777 49,8 10,0
Nicht Eurozone 1.381 16,1 1.558 16,2 12,8
Übriges Europa 581 6,8 689 7,2 18,6
Asien 1.296 15,1 1.545 16,1 19,2
Amerika 842 9,8 826 8,6 -1,9
Afrika 120 1,4 182 1,9 52,1
Australien / Ozeanien 14 0,2 16 0,2 11,0
Einfuhr insgesamt 8.576 100,0 9.592 100,0 11,8