Außenhandel mit Aus- und Einfuhrplus

Der rheinland-pfälzische Außenhandel ist im ersten Halbjahr 2017 weiter gewachsen. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden von Januar bis Juni Waren im Wert von 27,7 Milliarden Euro exportiert, was eine Steigerung um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet (Deutschland: plus 6,1 Prozent). Der Wert der Importe erhöhte sich um 15,4 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro (Deutschland: plus 9,2 Prozent).

Ausfuhren

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden in den ersten sechs Monaten 2017 Waren im Wert von 17,4 Milliarden Euro geliefert; das waren 63 Prozent aller rheinland-pfälzischen Ausfuhren. Die Exporte in die EU-Länder lagen um 1,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Während der Absatz in die Länder der Eurozone um drei Prozent zunahm, gingen die Ausfuhren in die Mitgliedstaaten, die nicht der Eurozone angehören, um 0,8 Prozent zurück. Die Exporte in das Vereinigte Königreich, das seinen EU-Austritt angekündigt hat, reduzierten sich um 1,9 Prozent. Die Ausfuhren in europäische Länder außerhalb der EU entwickelten sich mit einem Plus von 6,7 Prozent überdurchschnittlich. Hier legten insbesondere die Exporte nach Russland zu (plus 20,1 Prozent).

Die Ausfuhren nach Asien erhöhten sich mit einem Plus von 5,2 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich. Hier konnten u. a. die Warenlieferungen nach China deutlich gesteigert werden (plus 9,1 Prozent). Dagegen war die Entwicklung der Exporte nach Amerika mit einem Zuwachs von 2,1 Prozent leicht unterdurchschnittlich. Ein wesentlicher Grund dafür ist das schwächere Auslandsgeschäft mit den USA (minus 1,9 Prozent), das in erster Linie auf einen Rückgang der Exporte von Maschinen sowie von pharmazeutischen Erzeugnissen zurückzuführen ist. Die Ausfuhren nach Afrika gingen um 3,7 Prozent zurück. Nach Australien und Ozeanien wurden zwar um 46,1 Prozent mehr Waren geliefert, ihr Anteil am gesamten Exportwert von Rheinland-Pfalz liegt aber nur bei einem Prozent.

Ein hoher Anstieg war im ersten Halbjahr 2017 bei der Ausfuhr chemischer Erzeugnisse zu verzeichnen (plus 5,9 Prozent). Größere Zuwächse gab es außerdem beim Export von Maschinen sowie von Metallen (plus 4,8 bzw. plus 4,5 Prozent). Die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen konnten ihren Auslandsabsatz um 3,9 Prozent steigern. Dagegen gingen die Exporte von Kraftwagen und Kraftwagenteilen um 5,4 Prozent zurück. Im Bereich der Gummi- und Kunststoffwaren war das Auslandsgeschäft ebenfalls rückläufig (minus 1,7 Prozent).

Einfuhren

Die Einfuhren aus den Mitgliedstaaten der EU lagen im ersten Halbjahr 2017 deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (plus 11,7 Prozent). Es wurden Waren im Wert von 13 Milliarden Euro aus EU-Ländern importiert; das machte zwei Drittel aller rheinland-pfälzischen Einfuhren aus. Die Importe aus dem Euroraum stiegen um zehn Prozent; die Lieferungen aus den EU-Ländern außerhalb der Eurozone nahmen um 17,1 Prozent zu. Überdurchschnittlich entwickelte sich der Handel mit den europäischen Staaten außerhalb der EU (plus 25,4 Prozent), was u. a. auf einen starken Zuwachs der Importe aus der Schweiz zurückzuführen ist (plus 35,4 Prozent). Die Importe aus Asien und aus Afrika stiegen ebenfalls deutlich an (plus 32,2 bzw. plus 22,6 Prozent). Die Einfuhren aus Amerika nahmen um 7,4 Prozent zu. Insbesondere aus den USA (plus 8,6 Prozent) wurde mehr importiert als im ersten Halbjahr 2016.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.

Autor: Wolfgang Ellermeyer (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

 

Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen von Januar bis Juni 2016 und 2017
Merkmal 2016 2017 Veränderung
in %
Mill. EUR Anteil in % Mill. EUR Anteil in %
EU-Länder 17.093 63,6 17.397 62,9 1,8
Eurozone 11.541 42,9 11.892 43,0 3,0
Nicht Eurozone 5.552 20,6 5.505 19,9 -0,8
Übriges Europa 1.950 7,3 2.080 7,5 6,7
Asien 3.611 13,4 3.800 13,7 5,2
Amerika 3.368 12,5 3.437 12,4 2,1
Afrika 656 2,4 632 2,3 -3,7
Australien / Ozeanien 211 0,8 308 1,1 46,1
Ausfuhr insgesamt 26.890 100,0 27.656 100,0 2,8
EU-Länder 11.687 68,1 13.058 66,0 11,7
Eurozone 8.831 51,5 9.715 49,1 10,0
Nicht Eurozone 2.856 16,6 3.343 16,9 17,1
Übriges Europa 1.110 6,5 1.392 7,0 25,4
Asien 2.501 14,6 3.306 16,7 32,2
Amerika 1.550 9,0 1.664 8,4 7,4
Afrika 275 1,6 338 1,7 22,6
Australien / Ozeanien 32 0,2 33 0,2 3,6
Einfuhr insgesamt 17.155 100,0 19.791 100,0 15,4