Außenhandel: Anstieg der Aus- und Einfuhren

Der rheinland-pfälzische Außenhandel liegt weiterhin auf Wachstumskurs. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte wurden von Januar bis September Waren im Wert von 41,5 Milliarden Euro exportiert, was eine Steigerung um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet (Deutschland: plus 6,3 Prozent). Um einiges stärker fiel das Wachstum der Importe aus – ihr Wert erhöhte sich um 16,5 Prozent auf 29,8 Milliarden Euro (Deutschland: plus 8,7 Prozent).

Ausfuhren

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden in den ersten neun Monaten 2017 Waren im Wert von 25,9 Milliarden Euro geliefert; das waren 62 Prozent aller rheinland-pfälzischen Ausfuhren. Die Exporte in die EU-Länder lagen um 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Während der Absatz in die Länder der Eurozone um 3,8 Prozent zunahm, gingen die Ausfuhren in die Mitgliedstaaten, die nicht der Eurozone angehören, leicht um 0,3 Prozent zurück. Die Ausfuhren in europäische Länder außerhalb der EU entwickelten sich mit einem Plus von 8,3 Prozent überdurchschnittlich. Hier legten insbesondere die Exporte nach Russland zu (plus 15,4 Prozent).

Die Ausfuhren nach Asien erhöhten sich um 6,9 Prozent. Dabei fielen insbesondere die Warenlieferungen nach China ins Gewicht, die um 12,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums lagen. Der Wert der auf den amerikanischen Kontinent exportierten Waren stieg um 6,2 Prozent. Einem moderaten Zuwachs im Auslandsgeschäft mit den USA (plus 4,4 Prozent) standen kräftige Steigerungen  im Handel mit Mexiko (plus 15,8 Prozent) und Kanada (plus 13,5 Prozent) gegenüber. Die Ausfuhren nach Afrika gingen um 2,6 Prozent zurück. Nach Australien und Ozeanien wurden zwar um 35,3 Prozent mehr Waren geliefert, ihr Anteil am gesamten Exportwert von Rheinland-Pfalz liegt aber nur bei einem Prozent.

Bei der Ausfuhr der wichtigsten Exportgüter waren überwiegend Zuwächse gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Große Zuwächse gab es beim Export von pharmazeutischen Erzeugnissen sowie von Metallen (plus 9,9 bzw. plus 9,0 Prozent). Der Maschinenbau konnte sein Auslandsgeschäft um 5,1 Prozent steigern. Die Ausfuhr Chemischer Erzeugnisse legte um 4,3 Prozent zu. Dagegen gingen die Exporte von Kraftwagen und Kraftwagenteilen um 3,8 Prozent zurück.

Einfuhren

Die Einfuhren aus den Mitgliedstaaten der EU lagen in den ersten neun Monaten 2017 deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (plus 13,9 Prozent). Es wurden Waren im Wert von fast 20 Milliarden Euro aus EU-Ländern importiert; das machte zwei Drittel aller rheinland-pfälzischen Einfuhren aus. Die Importe aus dem Euroraum stiegen um 12,4 Prozent, während die Lieferungen aus den EU-Ländern außerhalb der Eurozone um 18,5 Prozent zunahmen. Überdurchschnittlich entwickelte sich der Handel mit den europäischen Staaten außerhalb der EU (plus 22,8 Prozent). Die Importe aus Asien und aus Afrika stiegen ebenfalls deutlich an (plus 30,7 bzw. plus 13,7 Prozent). Die Einfuhren aus Amerika nahmen um 9,1 Prozent zu. Insbesondere aus den USA (plus 10,7 Prozent) wurde mehr importiert als in der ersten neun Monaten 2016.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

 

Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen von Januar bis September 2016 und 2017
Merkmal 2016 2017 Veränderung
in %
Mill. EUR Anteil in % Mill. EUR Anteil in %
EU-Länder 25.261 63,4 25.890 62,4 2,5
Eurozone 17.110 42,9 17.766 42,8 3,8
Nicht Eurozone 8.151 20,5 8.123 19,6 -0,3
Übriges Europa 2.872 7,2 3.109 7,5 8,3
Asien 5.378 13,5 5.749 13,9 6,9
Amerika 4.958 12,4 5.263 12,7 6,2
Afrika 1.029 2,6 1.002 2,4 -2,6
Australien / Ozeanien 354 0,9 479 1,2 35,3
Ausfuhr insgesamt 39.854 100,0 41.495 100,0 4,1
EU-Länder 17.417 68,0 19.833 66,5 13,9
Eurozone 13.173 51,5 14.804 49,7 12,4
Nicht Eurozone 4.244 16,6 5.029 16,9 18,5
Übriges Europa 1.676 6,5 2.058 6,9 22,8
Asien 3.771 14,7 4.928 16,5 30,7
Amerika 2.267 8,9 2.474 8,3 9,1
Afrika 413 1,6 469 1,6 13,7
Australien / Ozeanien 50 0,2 48 0,2 -3,9
Einfuhr insgesamt 25.594 100,0 29.810 100,0 16,5