Außenhandel 2019: Exporte und Importe gehen zurück

Die rheinland-pfälzischen Exporte konnten 2019 nicht an die positive Entwicklung des Top-Jahres 2018 anknüpfen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems beliefen sich die Ausfuhren auf der Basis vorläufiger Werte auf gute 53 Milliarden Euro, was einen Rückgang um 10,7 Prozent gegenüber 2018 bedeutet (Deutschland: plus 0,8 Prozent). Der Wert der Exporte lag damit zum ersten Mal seit 2009 unter dem Niveau des Vorjahres. Bei den Importen verringerte sich der Wert um 13,4 Prozent auf 39,4 Milliarden Euro (Deutschland: plus 1,4 Prozent).

Ausfuhren

In fast alle Weltregionen wurde 2019 weniger exportiert als im Jahr zuvor. Die Ausfuhren in die Länder der Europäischen Union lagen 2019 bei 32,4 Milliarden Euro und damit beachtliche 16,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Damit geht die negative Jahresbilanz hauptsächlich auf die starken Exportrückgänge mit den Partnerländern der EU zurück. Vor allem die Ausfuhren in die Länder der Eurozone lagen mit einem Minus von 21 Prozent deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Die Rückgänge in die Länder, die nicht der Eurozone bzw. der EU angehören haben sich deutlich moderater entwickelt und lagen gegenüber dem Vorjahr im einstelligen Bereich (minus drei bzw. minus 6,1 Prozent)

Entgegen dieses Negativtrends legten die Ausfuhren auf den asiatischen Kontinent mit einem Plus von 2,8 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro zu. Hier wirkten sich vor allem die gestiegenen Exporte nach China aus (plus 7,4 Prozent). Der Wert der auf den amerikanischen Kontinent exportierten Waren sank hingegen um 1,6 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro; die Exporte in die USA gingen um 2,7 Prozent zurück. Die Warenlieferungen nach Afrika nahmen um 6,0 Prozent zu.

Die Ausfuhr der wichtigsten Exportgüter hat sich 2019 überwiegend negativ entwickelt. So gab es hohe zweistellige Rückgänge bei der Ausfuhr von Pharmazeutischen Erzeugnissen. Dahinter folgte mit deutlichem Abstand die Ausfuhr von Maschinen (minus 9,1 Prozent).

Einfuhren

Die Einfuhren aus den Mitgliedstaaten der EU sind 2019 ebenfalls kräftig um minus 16,8 Prozent auf 26,2 Milliarden Euro gesunken. Auch hier wird die Gesamtentwicklung maßgeblich durch die rückläufigen Einfuhren aus den Mitgliedsländern der Eurozone geprägt: Die Importe aus dem Euroraum gingen um 19,1 Prozent zurück. Auch die Importe aus den EU-Ländern, die nicht der Eurozone angehören, sanken (minus 8,5 Prozent). Die Einfuhren aus den europäischen Staaten außerhalb der EU verringerten sich um 2,5 Prozent. Trotz einer Importzunahme aus China um 4,3 Prozent war die Gesamtentwicklung mit dem asiatischen Kontinent negativ (minus 9,7 Prozent). Die Importe aus amerikanischen Ländern nahmen um 5,1 Prozent ab. Das wichtigste Lieferland auf dem amerikanischen Kontinent sind die USA. Die Importe aus den Vereinigten Staaten lagen um neun Prozent unter dem Niveau von 2018. Die Einfuhren aus afrikanischen Ländern sowie aus Australien und Ozeanien stiegen hingegen um 17 bzw. 22,9 Prozent.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.

Autor: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

 

Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen 2018 und 2019¹
Merkmal20182019¹Veränderung
in %
Mill. EURAnteil in %Mill. EURAnteil in %
EU-Länder38.53764,332.35060,5-16,1
Eurozone27.95446,722.08941,3-21,0
Nicht Eurozone10.58417,710.26119,2-3,0
Übriges Europa4.0286,73.7827,1-6,1
Asien7.62112,77.83414,72,8
Amerika7.61712,77.49214,0-1,6
Afrika1.4232,41.5082,86,0
Australien / Ozeanien6601,15030,9-23,7
Ausfuhr insgesamt59.891100,053.476100,0-10,7
EU-Länder31.52469,326.24266,5-16,8
Eurozone24.57554,019.88550,4-19,1
Nicht Eurozone6.94915,36.35716,1-8,5
Übriges Europa3.0296,72.9527,5-2,5
Asien6.72914,86.07515,4-9,7
Amerika3.5587,83.3778,6-5,1
Afrika5671,26631,717,0
Australien / Ozeanien630,1770,222,9
Einfuhr insgesamt45.515100,039.438100,0-13,4
1 Vorläufiges Ergebnis.