Teuerungsrate im Juli unverändert bei 1,5 Prozent

Die Teuerungsrate blieb im Juli 2017 unverändert. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Juni hatte die Inflationsrate ebenfalls plus 1,5 Prozent betragen.

Die Energiepreise waren im Juli 2017 um 1,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Mineralölprodukte verteuerten sich um 3,5 Prozent (Heizöl: plus 6,2 Prozent; Kraftstoffe: plus 2,9 Prozent). Die Strompreise stiegen leicht um 0,4 Prozent. Die Preise für Gas sowie die Umlage für Zentralheizung und Fernwärme waren dagegen rückläufig (minus 1,7 bzw. minus 0,6 Prozent).

Kräftige Preiserhöhungen waren bei den Nahrungsmitteln zu verzeichnen (plus 3,3 Prozent). Dazu trugen aufgrund ihrer hohen Verbrauchsbedeutung insbesondere die Molkereiprodukte und Eier bei, deren Preise um 13,8 Prozent stiegen. Deutliche Preiserhöhungen gab es zum Beispiel bei H-Milch (plus 37,6 Prozent) und Quark (plus 30,7 Prozent). Speisefette und -öle waren ebenfalls wesentlich teurer als im Juli 2016 (plus 32,7 Prozent). Dies ist insbesondere auf den starken Anstieg der Butterpreise zurückzuführen (plus 71,1 Prozent). Gemüse wurde hingegen deutlich billiger (minus 7,6 Prozent). Die Obstpreise lagen ebenfalls unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 1,0 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, belief sich im Juli auf plus 1,4 Prozent; im Juni hatte sie bei plus 1,5 Prozent gelegen.

Durch die kräftige Steigerung der Nahrungsmittelpreise wies die Hauptgruppe „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ unter den zwölf Hauptgruppen die höchste Teuerungsrate auf (plus 3,0 Prozent). Es folgten alkoholische Getränke und Tabakwaren (plus 2,8 Prozent) sowie Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (plus 2,5 Prozent). In der Hauptgruppe „Nachrichtenübermittlung“ sank das Preisniveau hingegen um 0,7 Prozent.

Veränderungen gegenüber Juni 2017

Der Verbraucherpreisindex lag im Juli 2017 um 0,4 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Vor allem für Waren und Dienstleistungen der Hauptgruppe „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher tiefer in die Tasche greifen (plus 3,6 Prozent; darunter Pauschalreisen plus 14,7 Prozent). Auch die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke legten zu (plus 0,5 Prozent). Deutliche Preissenkungen waren bei Bekleidung und Schuhen zu verzeichnen (minus 3,0 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 17 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 700 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Neben dem Verbraucherpreisindex dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird die Veränderung des Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Juli 2017 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 3. August 2017 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

 

Verbraucherpreisindex in Rheinland-Pfalz
Preisindizes
- für Güter- und Dienstleistungsgruppen
- für die Lebenshaltung insgesamt
Wägungs-anteil am Gesamt-index*
in %
Indexstand
Juli
2017
Veränderung gegenüber
Juli
2016
Juni
2017
Basis
2010=100
%
Güter- und Dienstleistungsgruppen
Wohnung, Wasser, Strom, Gas u. a. Brennstoffe 31,7 109,1 1,1 0,1
Verkehr 13,5 107,5 2,0 0,1
Freizeit, Unterhaltung und Kultur 11,5 111,5 2,2 3,6
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 10,3 116,0 3,0 0,5
Andere Waren und Dienstleistungen 7,0 108,6 0,6 -
Möbel, Leuchten, Geräte u. a. Haushaltszubehör 5,0 103,5 0,2 0,3
Bekleidung und Schuhe 4,5 101,6 0,5 -3,0
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen 4,5 116,5 2,5 0,2
Gesundheitspflege 4,4 109,7 1,8 0,1
Alkoholische Getränke und Tabakwaren 3,8 121,5 2,8 -
Nachrichtenübermittlung 3,0 89,5 -0,7 -0,2
Bildungswesen 0,9 109,1 0,6 -0,1
Gesamtlebenshaltung
Verbraucherpreisindex 100 109,4 1,5 0,4
* Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Verbraucherpreisindex berücksichtigt. Der Wägungsanteil gibt beispiels- weise an, welchen Anteil die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke an den gesamten Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte haben.
1 Die Hauptgruppe Verkehr enthält Kraftstoffe und andere Waren sowie Dienstleistungen für Fahrzeuge, den Kauf von Fahrzeugen sowie die Beförderung von Personen und Gütern im Schienen-, Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr.

 

 

 

Preisspiegel für Haushaltsenergie und Kraftstoffe
Güterart Veränderung in Prozent gegenüber
Juni 2017 Juli 2016 Jahr 2010
Energie insgesamt -0,4 1,2 3,5
davon
Haushaltsenergie insgesamt -0,1 0,5 9,1
davon
Heizöl 1,2 6,2 -18,9
Strom - 0,4 27,6
Gas -0,8 -1,7 5,9
Feste Brennstoffe -0,5 2,0 9,7
Zentralheizung, Fernwärme -0,1 -0,6 0,8
Kraftstoffe insgesamt -1,1 2,9 -6,4
darunter
Superbenzin -1,4 2,8 -5,6
Dieselkraftstoff -0,4 2,7 -8,3
Preisspiegel ausgewählter Nahrungs- und Genussmittel
Güterart Veränderung in Prozent gegenüber
Vormonat
Juni 2017
Vorjahr
Juli 2016
Jahr 2010
Butter 12,8 71,1 69,0
Frische Milch 1,6 33,4 22,2
Hartkäse 0,3 13,3 24,6
Bohnenkaffee 1,5 6,5 32,0
Margarine -1,1 3,7 24,5
Nudeln 2,4 3,0 17,4
Frische Brötchen - 2,3 9,3
Salami, Cervelatwurst oder andere Dauerwurst 2,6 1,9 8,7
Roggenbrot oder Mischbrot - 1,5 10,0
Joghurt -1,0 1,5 20,2
Schweinebraten -2,5 1,3 17,8
Reis -0,1 0,9 7,4
Bier -0,6 0,8 14,3
Schokoladentafel -2,2 -0,2 24,8
Pizza 0,4 -0,8 2,0
Weißwein -0,3 -1,3 14,0
Mineralwasser 1,1 -1,3 3,5
Äpfel 4,3 -1,6 37,1
Eier 0,7 -1,9 4,7
Roulade oder Lende vom Rind -0,8 -3,2 28,6
Apfelsaft oder ähnlicher Fruchtsaft 0,3 -3,7 20,4
Weizenmehl -0,1 -4,2 11,5
Bananen -2,3 -6,8 8,5
Tomaten -13,7 -7,6 -37,6
Weintrauben -10,5 -13,3 3,3
Kartoffeln -8,1 -18,7 31,0