Inflationsrate steigt im August auf 1,8 Prozent

Die Teuerungsrate ist im August 2017 gestiegen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Juli hatte die Inflationsrate 1,5 Prozent betragen.

Ein Grund für den Anstieg der Teuerungsrate ist die Energiepreisentwicklung. Die Energiepreise waren im August 2017 um 2,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Insbesondere Mineralölprodukte wurden deutlich teurer (plus 6,5 Prozent). Die Preise für Heizöl legten um 11,4 Prozent und die Kraftstoffpreise um 5,4 Prozent zu. Die Strompreise sowie die Umlage für Zentralheizung und Fernwärme blieben hingegen fast unverändert (plus 0,2 bzw. minus 0,2 Prozent). Gas war um 1,2 Prozent billiger als im August 2016.

Die Nahrungsmittelpreise lagen im August mit einem Plus von 3,5 Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dazu trugen aufgrund ihrer hohen Verbrauchsbedeutung insbesondere die Molkereiprodukte und Eier bei, deren Preise um 14,7 Prozent stiegen. Speisefette und -öle waren ebenfalls wesentlich teurer als im August 2016 (plus 31,3 Prozent). Dies ist in erster Linie auf die starke Erhöhung der Butterpreise zurückzuführen (plus 70,4 Prozent). Die Gemüsepreise sanken dagegen unter das Niveau des Vorjahresmonats (minus 4,4 Prozent). Obst wurde ebenfalls billiger (minus 1,7 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, blieb unverändert. Sie belief sich im August wie im Juli auf plus 1,4 Prozent.

Durch die kräftige Steigerung der Nahrungsmittelpreise wies die Hauptgruppe „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ unter den zwölf Hauptgruppen die höchste Teuerungsrate auf (plus 3,4 Prozent). Es folgten alkoholische Getränke und Tabakwaren (plus 2,9 Prozent) sowie die Hauptgruppe „Verkehr“ (plus 2,8 Prozent). In der Hauptgruppe „Nachrichtenübermittlung“ sank das Preisniveau hingegen um 0,6 Prozent.

Veränderungen gegenüber Juli 2017

Gegenüber dem Vormonat ist der Verbraucherpreisindex im August 2017 um 0,2 Prozent gestiegen. Vor allem für Bekleidung und Schuhe mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher tiefer in die Tasche greifen (plus 2,9 Prozent). Auch im Verkehrsbereich waren Preissteigerungen zu verzeichnen (plus 0,5 Prozent; darunter Kraftstoffe plus 1,7 Prozent). Preisrückgänge gab es unter anderem in der Hauptgruppe „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (minus 0,4 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 17 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 700 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem Verbraucherpreisindex dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird die Veränderung des Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat August 2017 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 5. September 2017 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

 

Verbraucherpreisindex in Rheinland-Pfalz
Preisindizes
- für Güter- und Dienstleistungsgruppen
- für die Lebenshaltung insgesamt
Wägungsanteil am Gesamt-index*
in %
Indexstand
August
2017
Veränderung gegenüber
August
2016
Juli
2017
Basis
2010=100
%
Güter- und Dienstleistungsgruppen
Wohnung, Wasser, Strom, Gas u. a. Brennstoffe 31,7 109,1 1,2 -
Verkehr 13,5 108,0 2,8 0,5
Freizeit, Unterhaltung und Kultur 11,5 111,0 1,7 -0,4
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 10,3 115,7 3,4 -0,3
Andere Waren und Dienstleistungen 7,0 108,8 0,7 0,2
Möbel, Leuchten, Geräte u. a. Haushaltszubehör 5,0 103,5 0,4 -
Bekleidung und Schuhe 4,5 104,5 1,1 2,9
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen 4,5 116,4 2,1 -0,1
Gesundheitspflege 4,4 109,8 2,0 0,1
Alkoholische Getränke und Tabakwaren 3,8 121,5 2,9 -
Nachrichtenübermittlung 3,0 89,6 -0,6 0,1
Bildungswesen 0,9 109,7 0,7 0,5
Gesamtlebenshaltung
Verbraucherpreisindex 100 109,6 1,8 0,2
* Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Verbraucherpreisindex berücksichtigt. Der Wägungsanteil gibt beispiels- weise an, welchen Anteil die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke an den gesamten Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte haben.
1 Die Hauptgruppe Verkehr enthält Kraftstoffe und andere Waren sowie Dienstleistungen für Fahrzeuge, den Kauf von Fahrzeugen sowie die Beförderung von Personen und Gütern im Schienen-, Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr.
Preisspiegel für Haushaltsenergie und Kraftstoffe
Güterart Veränderung in Prozent gegenüber
Juli 2017 August 2016 Jahr 2010
Energie insgesamt 0,7 2,5 4,2
davon
Haushaltsenergie insgesamt 0,2 1,1 9,3
davon
Heizöl 1,5 11,4 -17,7
Strom - 0,2 27,6
Gas - -1,2 5,9
Feste Brennstoffe -0,9 2,4 8,7
Zentralheizung, Fernwärme -0,1 -0,2 0,7
Kraftstoffe insgesamt 1,7 5,4 -4,8
darunter
Superbenzin 1,6 4,9 -4,1
Dieselkraftstoff 2,1 6,7 -6,4
Preisspiegel ausgewählter Nahrungs- und Genussmittel
Güterart Veränderung in Prozent gegenüber
Vormonat
Juli 2017
Vorjahr
August 2016
Jahr 2010
Butter 3,6 70,4 75,0
Frische Milch -0,9 33,8 21,1
Hartkäse 0,3 13,7 25,0
Bohnenkaffee 1,9 9,6 34,5
Tomaten 13,3 7,8 -29,3
Joghurt 2,3 6,5 23,0
Salami, Cervelatwurst oder andere Dauerwurst 1,2 3,4 10,0
Pizza 0,5 3,0 2,5
Frische Brötchen 0,2 2,5 9,5
Reis -0,5 0,9 6,9
Nudeln -2,3 0,8 14,7
Roggenbrot oder Mischbrot -0,5 0,7 9,5
Bier -1,1 -0,1 13,0
Margarine -3,9 -0,2 19,6
Mineralwasser -0,4 -0,2 3,1
Weißwein 1,1 -0,3 15,2
Äpfel 0,9 -1,0 38,4
Roulade oder Lende vom Rind -0,1 -1,8 28,5
Schweinebraten -0,3 -2,1 17,5
Eier -0,5 -2,3 4,2
Schokoladentafel -0,8 -2,6 23,8
Weizenmehl 0,2 -4,0 11,7
Apfelsaft oder ähnlicher Fruchtsaft -1,3 -5,2 18,8
Bananen -0,9 -9,4 7,5
Kartoffeln -6,8 -12,2 22,1
Weintrauben -18,1 -14,8 -15,4