Reallöhne 2015 um 3,3 Prozent gestiegen
Größte Steigerung seit Beginn der Zeitreihe 2008

Nach vorläufigen Ergebnissen sind im Jahr 2015 in Rheinland-Pfalz die Reallöhne, d. h. die preisbereinigten Bruttomonatsverdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, um 3,3 Prozent gestiegen (Deutschland: plus 2,5 Prozent). Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, ist dies die mit Abstand größte Reallohnsteigerung seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008. Im Vorjahr belief sich der Reallohnzuwachs noch auf 1,8 Prozent; im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2014 stiegen die Reallöhne um rund ein Prozent pro Jahr.

Die Entwicklung des Reallohnindex hängt von der Entwicklung der Verdienste und von der Entwicklung der Verbraucherpreise ab. Der Index der Bruttomonatsverdienste der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich stieg 2015 um 3,4 Prozent. Damit fiel der prozentuale Zuwachs etwas höher aus als in den Vorjahren; mit Ausnahme des Jahres 2009 schwankten die Verdienststeigerungen von 2008 bis 2014 stets zwischen 2,7 und 2,8 Prozent.

Die Verbraucherpreise blieben 2015 dagegen fast unverändert. Der Verbraucherpreisindex erhöhte sich lediglich um 0,2 Prozent. Dies ist der zweitniedrigste Jahreswert seit Beginn der Berechnung eines rheinland-pfälzischen Verbraucherpreisindex im Jahr 1995 (PM 1/2016). Das stabile Preisniveau führte dazu, dass der Reallohnzuwachs und damit die Zunahme der Kaufkraft der Verdienste 2015 fast genauso hoch ausfiel wie die Steigerung der Bruttomonatsverdienste.

Im Rahmen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung werden in Rheinland-Pfalz etwa 2.200 Betriebe aus dem Produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich zu den Verdiensten der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befragt. Einbezogen werden auch Sonderzahlungen, wie Leistungsprämien oder Weihnachtsgeld.

Der Reallohnindex gibt die preisbereinigte Entwicklung der Verdienste wieder. Aus dem Index der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten sowie der geringfügig Beschäftigten im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich wird die Veränderung der Verdienste berechnet, aus dem Verbraucherpreisindex die der Preise. Bei einer positiven Veränderungsrate des Reallohnindex sind die Verdienste stärker gestiegen als die Verbraucherpreise, bei einer negativen Veränderungsrate ist es entsprechend umgekehrt.

Das hier dargestellte Jahresergebnis basiert auf den Ergebnissen der ersten drei Quartale 2015 sowie auf den vorläufigen Ergebnissen für das vierte Quartal. Endgültige Ergebnisse in detaillierter Darstellung werden voraussichtlich im März 2016 veröffentlicht.

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen)