Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern sank leicht

Der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern hat sich in Rheinland-Pfalz im Jahr 2016 leicht reduziert. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen um 20 Prozent niedriger als der Verdienst der Männer. In den beiden Vorjahren betrug der so genannte Gender Pay Gap noch 21 Prozent.

Der Equal Pay Day fällt in diesem Jahr auf den 18. März. Er markiert den Tag des Jahres, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um das gleiche durchschnittliche Vorjahresgehalt zu erzielen wie Männer.

Mit 20 Prozent liegt der Verdienstunterschied von Frauen und Männern in Rheinland-Pfalz unter dem Bundesdurchschnitt von 21 Prozent (2015: 22 Prozent). Im Vergleich mit den westdeutschen Bundesländern (ohne Berlin) weist das Land zusammen mit Hamburg und Niedersachsen den zweitniedrigsten Wert auf. Geringere geschlechtsspezifische Verdienstunterschiede sind in Westdeutschland mit 17 Prozent lediglich in Schleswig-Holstein zu beobachten. Deutlich niedriger ist der Gender Pay Gap in den ostdeutschen Bundesländern; am geringsten war er mit zwei Prozent in Sachsen-Anhalt.

Trotz des erneuten Rückgangs erweist sich der Gender Pay Gap im Zeitverlauf als relativ stabil, da die ursächlichen Faktoren nur langsamen Veränderungsprozessen unterliegen. So lag der Wert in Rheinland-Pfalz in den Jahren 2007 bis 2013 konstant bei 22 Prozent. Für den Verdienstabstand spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So unterscheiden sich Frauen und Männer zum Beispiel in der Wahl der Berufe und der Branchen, in denen sie tätig sind, sowie in der Erwerbsbiografie. Frauen sind darüber hinaus nach wie vor häufiger als Teilzeitkraft oder geringfügig beschäftigt.

Der Gender Pay Gap ist ein Strukturindikator der amtlichen Statistik, der den Unterschied der Bruttostundenverdienste von Frauen und Männer misst. Datenquellen sind die Verdienststrukturerhebung aus dem Jahr 2014 sowie die Vierteljährliche Verdiensterhebung. Im Rahmen der Verdienststrukturerhebung wurden in Rheinland-Pfalz mehr als 3 300 Betriebe aus der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei, dem Produzierenden Gewerbe sowie dem Dienstleistungsbereich befragt. Die Ergebnisse der Vierteljährlichen Verdiensterhebung stammen aus der Befragung von 2 200 Betrieben in Rheinland-Pfalz aus dem Produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich.

Autorin: Petra Wohnus (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)