Bruttoinlandsprodukt in Rheinland-Pfalz stieg im ersten Halbjahr um 2,2 Prozent

Das Bruttoinlandsprodukt ist in Rheinland-Pfalz im ersten Halbjahr 2016 kräftig gestiegen. Preisbereinigt lag die Wirtschaftsleistung in Rheinland-Pfalz um 2,2 Prozent höher als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Damit hat sich das Wirtschaftswachstum im Vorjahresvergleich deutlich erhöht: Im Jahr 2015 hatte das preisbereinigte BIP um 1,4 Prozent zugenommen. Im Bundesdurchschnitt ist die Summe der erbrachten wirtschaftlichen Leistung im ersten Halbjahr um 2,3 Prozent gestiegen, in den alten Ländern ohne Berlin betrug das Plus ebenfalls 2,3 Prozent. In jeweiligen Preisen stieg die Wirtschaftsleistung in Rheinland-Pfalz um 3,7 Prozent (Deutschland: plus 3,9 Prozent; alte Ländern ohne Berlin: plus 3,9 Prozent). Diese Angaben basieren auf einer vorläufigen Berechnung des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder.

Wachstumsimpulse auch aus der Industrie

Aus dem verarbeitenden Gewerbe, auf das rund 25 Prozent der gesamten Wertschöpfung entfällt, kamen im ersten Halbjahr 2016 wieder etwas mehr Wachstumsimpulse als in den vergangenen Jahren. Der Umsatz der Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe mit 50 und mehr Beschäftigten stieg in Rheinland-Pfalz im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2015 um 0,8 Prozent (Deutschland: plus 0,8 Prozent). Dieser Zuwachs ist, anders als in den Vorjahren, auf die Entwicklung des Inlandsgeschäfts zurückzuführen, das in Rheinland-Pfalz um zwei Prozent zulegte (Deutschland: plus 0,2 Prozent). Die Auslandsumsätze lagen auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (Deutschland: plus 1,4 Prozent).

Die umsatzstärksten Branchen in Rheinland-Pfalz konnten mit Ausnahme der chemischen Industrie merkliche Zuwächse gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 verbuchen. Deutlich über dem Bundesdurchschnitt lagen das Umsatzwachstum in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit 8,7 Prozent, in der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren mit sechs Prozent, im Maschinenbau mit fünf Prozent und in der pharmazeutischen Industrie mit 4,6 Prozent. Diese Branchen verbuchten Zuwächse im In- und Auslandsgeschäft. Die umsatzstärkste Branche in Rheinland-Pfalz, die chemische Industrie, verzeichnete dagegen mit minus 7,7 Prozent (Deutschland: minus 6 Prozent) einen kräftigen Umsatzrückgang. Große Umsatzeinbußen gab es außerdem in der Metallerzeugung und -bearbeitung (minus 8,4 Prozent; Deutschland: minus 9,5 Prozent). In beiden Branchen waren die In- und Auslandsumsätze rückläufig.

Die Umsätze im Baugewerbe sind im ersten Halbjahr auch gestiegen, aber nicht so stark wie in Deutschland. Im Bauhauptgewerbe stiegen die Umsätze in Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten um 4,2 Prozent (Deutschland: plus 8,3 Prozent). Dazu trug vor allem der Hochbau bei und hier insbesondere der Wohnungsbau. Im Tiefbau war nur eine geringe Zunahme zu verzeichnen. Das Ausbaugewerbe erzielte ebenfalls nur ein geringes Plus von 1,1 Prozent, während die Umsätze bundesweit um 4,8 Prozent stiegen. Das Baugewerbe trägt rund 5 Prozent zur rheinland-pfälzischen Wertschöpfung bei.

Dienstleistungsbereiche legten zu

Im Dienstleistungssektor, der insgesamt 66 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung ausmacht, kamen die Wachstumsimpulse in erster Linie aus dem Handel und von den Unternehmensdienstleistern. Im Handel ist dies vor allem auf den Kfz-Handel zurückzuführen; die Umsätze legten gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 um 7,1 Prozent zu (Deutschland: plus 7,9 Prozent). Auch der rheinland-pfälzische Einzelhandel trug mit einer Umsatzsteigerung von zwei Prozent (Deutschland: plus 2,7 Prozent) zum Wachstum bei. Im Großhandel war dagegen ein Rückgang um 2,8 Prozent zu verzeichnen (Deutschland: minus 1,6 Prozent).

Die Ergebnisse basieren auf der Halbjahresrechnung des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, die sich auf Basisstatistiken des Berichtszeitraumes Januar bis Juni stützt. Für einzelne Dienstleistungsbranchen liegen für die Halbjahresrechnung noch keine länderspezifischen Ergebnisse vor. In diesen Wirtschaftsbereichen werden einheitlich für alle Länder die Entwicklungen in den nationalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) unterstellt. Mit den Veränderungsraten zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2016 gibt der Arbeitskreis turnusgemäß seine erste Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den Ländern bekannt.



Weitere Informationen finden Sie unter http:="www.vgrdl.de

Autor: Werner Kertels (Referat Gesamtrechnungen, Arbeitsmarkt)

Nach oben