Bruttoinlandsprodukt 2015 in fast allen Städten und Landkreisen gestiegen

Fast alle rheinland-pfälzischen Verwaltungsbezirke verzeichneten 2015 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in jeweiligen Preisen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems nahm die Summe aller produzierten Waren und Dienstleistungen in den kreisfreien Städten mit plus fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr geringfügig stärker zu als in den Landkreisen (plus 4,8 Prozent).

Den höchsten Zuwachs der Wirtschaftsleistung verzeichneten der Landkreis Germersheim mit plus elf Prozent und die kreisfreie Stadt Ludwigshafen mit plus zehn Prozent. Dagegen stagnierte das Bruttoinlandsprodukt im Landkreis Alzey-Worms und in der kreisfreien Stadt Frankenthal (unverändert bzw. plus 0,1 Prozent).

Die Summe der in Rheinland-Pfalz produzierten Waren und Dienstleistungen betrug 2015 nominal 135,4 Milliarden Euro. Davon wurden 60 Prozent in den Landkreisen und 40 Prozent in den kreisfreien Städten erbracht. Die drei größten Städte des Landes – Ludwigshafen, Mainz und Koblenz – erwirtschafteten fast ein Viertel der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsleistung. Auf die drei wirtschaftsstärksten Landkreise – Westerwaldkreis, Mainz-Bingen und Mayen-Koblenz – entfielen rund 15 Prozent des Landeswertes.

Das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen – auch als Arbeitsproduktivität bezeichnet – ist 2015 gegenüber dem Vorjahr im Landesdurchschnitt um 3,9 Prozent auf 68.177 Euro gestiegen. In den kreisfreien Städten lag der Pro-Kopf-Wert mit 73.188 Euro deutlich über dem Wert in den Landkreisen (65.147 Euro). Der Durchschnitt der Städte wird allerdings maßgeblich von Ludwigshafen beeinflusst; dort war die Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigen mit 107.015 Euro 57 Prozent höher als im Landesdurchschnitt. Unter den Landkreisen wies Mainz-Bingen mit 89.272 Euro das höchste Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen auf. Die niedrigste Arbeitsproduktivität wurde unter den kreisfreien Städten in Pirmasens mit 54.299 Euro und unter den Landkreisen in Cochem-Zell mit 57.712 Euro registriert.

Den höchsten Anteil an der Bruttowertschöpfung haben in den meisten Verwaltungsbezirken die Dienstleistungsbereiche. Durchschnittlich wurden in den Landkreisen 64 Prozent und in den kreisfreien Städten 66 Prozent der Wertschöpfung im tertiären Sektor erwirtschaftet. In den Städten Mainz, Koblenz und Neustadt an der Weinstraße lag der Anteil der Dienstleistungsbereiche sogar über 80 Prozent. In der kreisfreien Stadt Ludwigshafen und im Landkreis Germersheim dominierte dagegen das Produzierende Gewerbe die Wirtschaftsstruktur mit einem Anteil von 69 bzw. 59 Prozent. Im Landesdurchschnitt lag der Anteil des sekundären Sektors bei gut 34 Prozent und der Anteil des tertiären Sektors bei knapp 65 Prozent.

Seit dem Jahr 2000 hat sich das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen in den Landkreisen und kreisfreien Städten sehr unterschiedlich entwickelt. Mit plus 50 Prozent verlief die Entwicklung in den Landkreisen deutlich günstiger als in den kreisfreien Städten mit plus 36 Prozent. Am stärksten hat die nominale Wirtschaftsleistung in den Landkreisen Germersheim (plus 101 Prozent), Mainz-Bingen (plus 77 Prozent) und dem Donnersbergkreis (plus 63 Prozent) sowie der kreisfreien Stadt Speyer (plus 59 Prozent) zugelegt. Dagegen nahm das Bruttoinlandsprodukt im Landkreis Kusel nur um 13 Prozent und in der kreisfreien Stadt Pirmasens nur um 18 Prozent zu. Bei der längerfristigen Betrachtung von nominalen Veränderungsraten ist zu beachten, dass hier auch Preissteigerungen enthalten sind.

Das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen umfasst den Wert aller in einem abgegrenzten Wirtschaftsgebiet produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich der bei der Produktion verbrauchten Güter. Es ist Ausdruck der in einer bestimmten Region erbrachten wirtschaftlichen Leistung in einer Periode. Es entspricht der Summe der Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen der Wirtschaftsbereiche zuzüglich des Saldos aus Gütersteuern und Gütersubventionen.

Die Ergebnisse sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes vom November 2016. Zusammen mit der Berechnung der Ergebnisse für 2015 wurden die Ergebnisse der Jahre 2012 bis 2014 überarbeitet.

Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.vgrdl.de.

Autor: Dr. Annette Illy (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt)

 

Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen und Erwerbstätige 2015 nach Verwaltungsbezirken
Verwaltungsbezirk Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen Erwerbstätige
Millionen
Euro
Anteil am Land Verän-derung gegenüber 2014 Verän-derung gegenüber 2000 je Erwerbstätigen 1.000 Verän-derung gegenüber 2014 Verän-derung gegenüber 2000
% Euro Landeswert
=100
%
Kreisfreie Städte
Frankenthal (Pfalz) 1.564 1,2 0,1 39,3 69.698 102,2 22,4 -1,7 4,0
Kaiserslautern 4.438 3,3 1,3 32,0 63.903 93,7 69,5 2,4 8,7
Koblenz 7.561 5,6 4,0 31,4 72.659 106,6 104,1 1,3 8,5
Landau i. d. Pfalz 1.808 1,3 4,1 51,4 57.850 84,9 31,3 2,8 18,4
Ludwigshafen a. Rh. 13.426 9,9 10,3 38,5 107.015 157,0 125,5 1,6 9,5
Mainz 11.408 8,4 4,0 27,8 73.477 107,8 155,3 1,2 12,7
Neustadt a. d. Weinstr. 1.555 1,1 3,8 34,8 54.798 80,4 28,4 1,2 4,5
Pirmasens 1.445 1,1 1,9 18,3 54.299 79,6 26,6 -0,4 -0,9
Speyer 2.483 1,8 0,7 59,3 63.939 93,8 38,8 1,3 19,7
Trier 4.704 3,5 4,5 45,1 58.609 86,0 80,3 1,4 9,4
Worms 2.901 2,1 2,4 52,0 65.686 96,3 44,2 1,1 16,8
Zweibrücken 1.486 1,1 10,1 40,3 66.666 97,8 22,3 0,5 -2,4
Landkreise
Ahrweiler 3.111 2,3 4,0 47,2 59.915 87,9 51,9 1,7 10,5
Altenkirchen (Ww.) 3.291 2,4 3,8 31,3 60.586 88,9 54,3 0,5 2,7
Alzey-Worms 3.061 2,3 0,0 49,4 67.288 98,7 45,5 0,5 20,1
Bad Dürkheim 2.849 2,1 5,9 33,5 59.690 87,6 47,7 1,6 9,7
Bad Kreuznach 4.495 3,3 0,9 46,6 60.519 88,8 74,3 0,0 9,4
Bernkastel-Wittlich 3.461 2,6 5,0 58,0 59.868 87,8 57,8 0,7 8,3
Birkenfeld 2.271 1,7 3,6 31,5 59.439 87,2 38,2 0,6 -5,6
Cochem-Zell 1.783 1,3 4,1 45,9 57.712 84,7 30,9 1,7 6,8
Donnersbergkreis 2.114 1,6 8,7 62,9 68.637 100,7 30,8 1,2 13,4
Eifelkreis Bitburg-Prüm 2.593 1,9 4,4 46,4 62.109 91,1 41,8 0,2 9,6
Germersheim 4.773 3,5 11,1 101,1 81.336 119,3 58,7 -0,3 16,8
Kaiserslautern 2.216 1,6 6,8 54,9 62.541 91,7 35,4 2,3 14,3
Kusel 1.147 0,8 3,7 13,2 57.860 84,9 19,8 -1,4 -13,4
Mainz-Bingen 6.956 5,1 5,6 76,6 89.272 130,9 77,9 0,7 22,6
Mayen-Koblenz 6.333 4,7 3,6 49,7 64.631 94,8 98,0 0,7 15,5
Neuwied 5.403 4,0 4,2 31,6 65.880 96,6 82,0 0,1 2,4
Rhein-Hunsrück-Kreis 3.510 2,6 6,0 56,7 65.670 96,3 53,5 2,1 13,7
Rhein-Lahn-Kreis 3.070 2,3 5,2 35,0 62.884 92,2 48,8 0,2 2,5
Rhein-Pfalz-Kreis 2.579 1,9 4,5 44,0 58.015 85,1 44,5 1,4 21,7
Südliche Weinstraße 2.669 2,0 5,7 48,9 59.445 87,2 44,9 1,9 16,5
Südwestpfalz 1.480 1,1 2,8 25,2 60.622 88,9 24,4 -0,6 -9,0
Trier-Saarburg 2.835 2,1 4,4 54,9 58.760 86,2 48,3 -0,2 16,6
Vulkaneifel 1.869 1,4 5,4 46,3 60.064 88,1 31,1 1,0 15,3
Westerwaldkreis 6.785 5,0 5,0 55,4 69.535 102,0 97,6 1,7 7,6
Rheinland-Pfalz 135.438 100,0 4,9 43,9 68.177 100,0 1.986,6 1,0 10,0
kreisfreie Städte 54.781 40,4 5,0 36,3 73.188 107,3 748,5 1,3 10,0
Landkreise 80.658 59,6 4,8 49,6 65.147 95,6 1.238,1 0,8 10,0

 

 

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