Verfügbares Einkommen im Jahr 2015 deutlich gestiegen

Im Jahr 2015 ist das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in Rheinland-Pfalz in allen Verwaltungsbezirken kräftig gestiegen. Mit 89,9 Milliarden Euro lag der Wert nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems um drei Milliarden Euro oder 3,5 Prozent über dem Niveau von 2014. Damit standen jeder Einwohnerin bzw. jedem Einwohner im Landesdurchschnitt 22.292 Euro für Konsumzwecke oder zum Sparen zur Verfügung, nominal 595 Euro oder 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Unter den Ländern nimmt Rheinland-Pfalz hinter Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg sowie Hessen Rang fünf ein und liegt über dem Bundesdurchschnitt von 21.583 Euro.

In den Landkreisen war das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte je Einwohnerin bzw. Einwohner mit durchschnittlich 22.813 Euro höher als in den kreisfreien Städten mit 20.803 Euro. Im Vergleich der Landkreise erreichten die Einwohnerinnen und Einwohner in Bad Dürkheim mit 25.524 Euro das höchste Pro-Kopf-Einkommen. Im Landkreis Kusel waren es dagegen durchschnittlich nur 20.306 Euro. Bei den kreisfreien Städten reichte die Spannweite von 25.332 Euro in Neustadt an der Weinstraße bis 19.088 Euro in Kaiserslautern. Zu beachten ist, dass das verfügbare Einkommen am Wohnort der Einkommensbezieher und nicht am Arbeitsort nachgewiesen wird.

Zwischen 2000 und 2015 stieg das Pro-Kopf-Einkommen in den Landkreisen im Mittel stärker als in den kreisfreien Städten (plus 44 bzw. plus 32 Prozent). Dies ist sowohl auf die unterschiedliche Entwicklung des verfügbaren Einkommens als auch der Einwohnerzahl zurückzuführen. Das verfügbare Einkommen nahm in den Landkreisen um 42 Prozent zu und in den kreisfreien Städten um 38 Prozent. Die kreisfreien Städte verzeichneten zudem zwischen 2000 und 2015 einen Bevölkerungszuwachs von 4,3 Prozent, insbesondere aufgrund der deutlichen Zunahme der Einwohnerzahlen in den Universitätsstädten Mainz, Landau und Trier. In den Landkreisen ging die Zahl der Einwohner dagegen um 1,3 Prozent zurück.

Den stärksten Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens gegenüber dem Jahr 2000 verzeichneten unter den Städten Speyer mit plus 48 Prozent, gefolgt von Frankenthal mit plus 40 Prozent. Dagegen nahm das Einkommen je Einwohnerin bzw. Einwohner in Mainz nur um 25 Prozent zu. Ein Grund für diesen vergleichsweise schwachen Anstieg ist die Einführung der Zweitwohnsitzabgabe im Jahr 2005, die zu einem kräftigen Bevölkerungszuwachs führte. Vor allem Studenten, die in der Regel über kein größeres Einkommen verfügen, wandelten damals ihren Nebenwohnsitz in einen Hauptwohnsitz um.

Den höchsten Zuwachs beim Pro-Kopf-Einkommen unter den Landkreisen erzielten der Westerwaldkreis und der Rhein-Hunsrück-Kreis mit jeweils plus 54 Prozent, gefolgt von Trier-Saarburg mit plus 53 Prozent und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm mit plus 52 Prozent. Die letztgenannten Kreise liegen – wie auch die Stadt Trier – im Einzugsbereich von Luxemburg. Da immer mehr Menschen aus den grenznahen Gebieten dorthin zur Arbeit pendeln, profitiert die Region von der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung des Großherzogtums.

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte umfasst sämtliche empfangenen Erwerbs- und Vermögenseinkommen einschließlich der empfangenen laufenden Übertragungen (wie Renten, Arbeitslosengeld usw.) und abzüglich der geleisteten laufenden Übertragungen (vor allem direkte Steuern und Sozialbeiträge). Es entspricht damit dem Einkommen, das den privaten Haushalten letztlich zufließt und das sie für Konsum- oder Sparzwecke verwenden können. Der Berechnung des verfügbaren Einkommens liegt das Inländer- oder Wohnortkonzept zugrunde.

Der Durchschnittswert des Pro-Kopf-Einkommens in einem Land oder in einer Region ist eine Kennzahl der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, die keine Aussagen darüber erlaubt, wie gleichmäßig sich das Einkommen auf die Bevölkerung verteilt. Die Veränderungen des verfügbaren Einkommens sind in jeweiligen Preisen angegeben, d. h. die Preisentwicklung wird nicht berücksichtigt.

Die Ergebnisse sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes vom November 2016. Die Berechnung für das Jahr 2015 erfolgte erstmalig, die Werte der Jahre 2011 bis 2014 wurden überarbeitet. Da die Regionalisierung eine Vielzahl an statistischen Basisinformationen erfordert, liegen die Kreisergebnisse erst mit einer Zeitverzögerung von knapp zwei Jahren vor.
Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.vgrdl.de.

Autorin: Dr. Annette Illy (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt)

 

Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte und Einwohner1 2015 nach Verwaltungsbezirken
Verwaltungsbezirk Verfügbares Einkommen Einwohner
Millionen
Euro
Anteil am Land Verän-derung gegenüber 2014 je Einwohner 1.000 Verän-derung gegenüber 2014 Verän-derung gegenüber 2000
% Euro Landeswert
=100
%
Kreisfreie Städte
Frankenthal (Pfalz) 1.038 1,2 3,4 21.598 96,9 48,0 1,1 0,5
Kaiserslautern 1.870 2,1 3,3 19.088 85,6 98,0 0,7 -0,6
Koblenz 2.356 2,6 3,2 21.035 94,4 112,0 0,9 3,1
Landau i. d. Pfalz 972 1,1 3,5 21.650 97,1 44,9 1,7 10,2
Ludwigshafen a. Rh. 3.172 3,5 3,5 19.312 86,6 164,3 1,0 3,0
Mainz 4.457 5,0 3,6 21.390 96,0 208,4 1,3 13,7
Neustadt a. d. Weinstr. 1.337 1,5 3,4 25.332 113,6 52,8 0,6 -1,5
Pirmasens 799 0,9 3,4 19.941 89,5 40,1 0,0 -12,5
Speyer 1.191 1,3 3,9 23.795 106,7 50,1 0,5 0,8
Trier 2.225 2,5 4,4 19.924 89,4 111,7 3,6 11,8
Worms 1.656 1,8 3,2 20.310 91,1 81,6 1,1 3,1
Zweibrücken 683 0,8 3,8 20.007 89,7 34,1 0,3 -4,8
Landkreise
Ahrweiler 2.938 3,3 3,5 23.095 103,6 127,2 0,7 -1,1
Altenkirchen (Ww.) 2.738 3,0 3,4 21.273 95,4 128,7 0,3 -6,0
Alzey-Worms 2.827 3,1 3,3 22.323 100,1 126,6 0,8 2,2
Bad Dürkheim 3.366 3,7 3,4 25.524 114,5 131,9 0,4 -0,8
Bad Kreuznach 3.381 3,8 3,4 21.621 97,0 156,4 0,5 -0,6
Bernkastel-Wittlich 2.563 2,9 3,4 23.009 103,2 111,4 0,5 -1,7
Birkenfeld 1.754 2,0 3,3 21.755 97,6 80,6 0,0 -10,6
Cochem-Zell 1.341 1,5 3,0 21.548 96,7 62,2 0,2 -4,1
Donnersbergkreis 1.580 1,8 3,6 21.033 94,4 75,1 0,0 -4,3
Eifelkreis Bitburg-Prüm 2.066 2,3 3,6 21.346 95,8 96,8 0,5 -0,5
Germersheim 2.797 3,1 3,5 22.061 99,0 126,8 0,7 3,2
Kaiserslautern 2.190 2,4 3,6 20.929 93,9 104,6 0,4 -5,1
Kusel 1.440 1,6 3,5 20.306 91,1 70,9 -0,1 -10,5
Mainz-Bingen 5.091 5,7 3,6 24.639 110,5 206,6 1,3 7,2
Mayen-Koblenz 4.729 5,3 3,4 22.395 100,5 211,2 0,5 0,4
Neuwied 4.097 4,6 3,3 22.764 102,1 180,0 0,3 -2,2
Rhein-Hunsrück-Kreis 2.364 2,6 3,5 23.120 103,7 102,2 0,3 -4,1
Rhein-Lahn-Kreis 2.703 3,0 3,4 22.059 99,0 122,5 0,9 -5,0
Rhein-Pfalz-Kreis 3.820 4,3 3,5 25.334 113,6 150,8 0,8 3,4
Südliche Weinstraße 2.595 2,9 3,5 23.565 105,7 110,1 0,7 1,1
Südwestpfalz 2.148 2,4 3,4 22.273 99,9 96,4 -0,1 -8,6
Trier-Saarburg 3.270 3,6 4,3 22.304 100,1 146,6 1,3 5,6
Vulkaneifel 1.295 1,4 3,1 21.310 95,6 60,8 0,0 -6,2
Westerwaldkreis 5.034 5,6 3,4 25.204 113,1 199,7 0,4 -1,4
Rheinland-Pfalz 89.884 100,0 3,5 22.292 100,0 4.032,2 0,7 0,1
kreisfreie Städte 21.758 24,2 3,6 20.803 93,3 1.045,9 1,2 4,3
Landkreise 68.126 75,8 3,5 22.813 102,3 2.986,3 0,6 -1,3
1 Fortschreibung bzw. Rückrechnung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2011 (Jahresdurchschnitt)

 

 

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