Bruttoinlandsprodukt in Rheinland-Pfalz stieg im ersten Halbjahr um 2,6 Prozent

Das Bruttoinlandsprodukt ist in Rheinland-Pfalz im ersten Halbjahr 2017 kräftig gestiegen. Preisbereinigt lag die Wirtschaftsleistung um 2,6 Prozent höher als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Damit hat sich das Wirtschaftswachstum im Vorjahresvergleich deutlich erhöht: Im Jahr 2016 hatte das preisbereinigte BIP um 1,5 Prozent zugenommen. Im Bundesdurchschnitt ist die Summe der erbrachten wirtschaftlichen Leistung im ersten Halbjahr um 2 Prozent gestiegen, in den alten Ländern ohne Berlin betrug das Plus 2,1 Prozent.

In jeweiligen Preisen stieg die Wirtschaftsleistung in Rheinland-Pfalz um vier Prozent (Deutschland: plus 3,2 Prozent; alte Länder ohne Berlin: plus 3,3 Prozent). Diese Angaben basieren auf einer vorläufigen Berechnung des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“.

Wachstumsimpulse auch aus der Industrie

Kräftige Wachstumsimpulse kamen im ersten Halbjahr 2017 aus dem Verarbeitenden Gewerbe, auf das gut ein Viertel der gesamten Wertschöpfung entfällt. Der Umsatz der Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe mit 50 und mehr Beschäftigten stieg in Rheinland-Pfalz im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2016 um 7,7 Prozent (Deutschland: plus 5,3 Prozent). Dieser Zuwachs ist sowohl auf die Entwicklung des Inlandsgeschäfts als auch des Auslandsgeschäfts zurückzuführen. Die Inlandsumsätze legten in Rheinland-Pfalz um 7,3 Prozent zu (Deutschland: plus 4,4 Prozent). Die Auslandsumsätze erhöhten sich um 8 Prozent (Deutschland: plus 6,2 Prozent).

Zwei der drei umsatzstärksten Branchen in Rheinland-Pfalz konnten merkliche Zuwächse gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 verbuchen. Das Umsatzwachstum in der chemischen Industrie und im Maschinenbau lag mit jeweils plus 13 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt. In beiden Branchen stiegen sowohl die Inlands- als auch die Auslandsumsätze kräftig. Deutliche Umsatzsteigerungen verzeichneten auch die pharmazeutische Industrie, die Nahrungsmittelindustrie, die Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus, die Metallerzeugung und -bearbeitung sowie die Glas- und Keramikindustrie. In der zweitgrößten Branche, dem Fahrzeugbau, gingen die Umsätze dagegen um 5,7 Prozent zurück. Dabei fiel der Rückgang im Inlandsgeschäft größer aus als im Auslandsgeschäft.

Auch das Baugewerbe verzeichnete im ersten Halbjahr kräftige Umsatzzuwächse, die deutlich über dem Bundesdurchschnitt lagen. Im Bauhauptgewerbe stiegen die Umsätze in Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten um 17 Prozent (Deutschland: plus 10 Prozent). Dazu trugen vor allem der Tiefbau und hier insbesondere der sonstige öffentliche Tiefbau sowie der Straßenbau bei. Auch im Hochbau nahmen die Umsätze kräftig zu, obwohl im öffentlichen Hochbau ein Rückgang zu verzeichnen war. Das Ausbaugewerbe erzielte ebenfalls ein deutliches Plus von 9,9 Prozent, während die Umsätze bundesweit um 4,8 Prozent stiegen. Das Baugewerbe trägt rund 5 Prozent zur rheinland-pfälzischen Wertschöpfung bei.

Dienstleistungsbereiche legten zu

Aus dem Dienstleistungssektor, der knapp zwei Drittel der gesamten Bruttowertschöpfung ausmacht, kamen im ersten Halbjahr 2017 nur geringe Wachstumsimpulse, auch wenn fast alle Bereiche ein leichtes Wachstum verzeichneten. Der Handel entwickelte sich im Vergleich zu Deutschland unterdurchschnittlich. Im rheinland-pfälzischen Kfz-Handel legten die Umsätze gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 preisbereinigt um 3,3 Prozent zu (Deutschland: plus 4,8 Prozent). Der Einzelhandel steigerte seinen Umsatz um 2 Prozent (Deutschland: plus 3 Prozent). Im Großhandel war dagegen nur ein leichtes Umsatzplus zu verzeichnen (plus 0,3 Prozent; Deutschland: plus 2,3 Prozent).

Die Ergebnisse basieren auf der Halbjahresrechnung des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, die sich auf Basisstatistiken des Berichtszeitraumes Januar bis Juni stützt. Für einzelne Dienstleistungsbranchen liegen für die Halbjahresrechnung noch keine länderspezifischen Ergebnisse vor. In diesen Wirtschaftsbereichen werden einheitlich für alle Länder die Entwicklungen in den nationalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) unterstellt. Mit den Veränderungsraten zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2017 gibt der Arbeitskreis turnusgemäß seine erste Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den Ländern bekannt.
Weitere Informationen finden Sie unter www.vgrdl.de

Autorin: Dr. Annette Illy (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt)

 

 

Bruttoinlandsprodukt im 1. Halbjahr 2017 nach Ländern
Land Bruttoinlandsprodukt1)
in jeweiligen Preisen preisbereinigt
Veränderung gegenüber dem 1. Halbjahr 2016 in %
Baden-Württemberg 2,9 2,1
Bayern 3,5 2,5
Berlin 2,7 1,6
Brandenburg 2,3 0,6
Bremen 4,7 3,5
Hamburg 3,4 2,0
Hessen 2,7 1,7
Mecklenburg-Vorpommern 3,5 1,3
Niedersachsen 3,7 2,1
Nordrhein-Westfalen 3,3 2,0
Rheinland-Pfalz 4,0 2,6
Saarland 2,3 0,9
Sachsen 2,5 1,3
Sachsen-Anhalt 2,6 0,8
Schleswig-Holstein 3,2 1,7
Thüringen 3,0 1,7
Deutschland 3,2 2,0
Nachrichtlich:
alte Bundesländer (ohne Berlin) 3,3 2,1
neue Bundesländer (ohne Berlin) 2,7 1,2
1) Das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen umfasst den Wert aller in einem abgegrenzten Wirtschaftsgebiet produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich der bei der Produktion verbrauchten Güter. Es ist Ausdruck der in einer bestimmten Region erbrachten wirtschaftlichen Leistung in einer Periode.
Nach oben