Kennzahlen zur Bildung: Von der frühkindlichen Betreuung bis zur Erwachsenenbildung

Einen umfangreichen Überblick über das Bildungswesen bietet die Veröffentlichung „Kennzahlen zur Bildung in Rheinland-Pfalz 2017“, die das Statistische Landesamt in Bad Ems jetzt veröffentlicht hat.

Vor dem Hintergrund der Erwerbstätigkeit von Eltern, der zunehmenden Heterogenität und kulturellen Vielfalt in der Gesellschaft, dem Hintergrund des Fachkräftemangels und einer alternden Bevölkerung, die einer ständigen Fort- und Weiterbildung bedarf, gewinnt die Debatte um eine gerechte, umfassende und integrative Gestaltung des Bildungssystems weiter an Bedeutung. „Für eine sachlich fundierte Analyse aller Bildungsbereiche und -institutionen bedarf es belastbarer Informationen über das Bildungssystem“, erklärt Marcel Hürter, Präsident des Statistischen Landesamtes. „Dieser Band bietet einen detaillierten Einblick in die zentralen Themen des Bildungswesens.“ Ausgehend vom Jahr 2017 enthält die Veröffentlichung für den Betrachtungszeitraum von zehn Jahren umfangreiche Informationen zu den wichtigsten Bildungsbereichen, beginnend mit der frühkindlichen Bildung und Betreuung über die schulische, berufsbildende und akademische Ausbildung bis hin zur Erwachsenen- und Weiterbildung.

Ergebnisse der rund 160 Seiten umfassende Veröffentlichung sind unter anderem:

Mehr unter 3-Jährige in der Kindertagesbetreuung

Im Jahr 2017 nutzten 33.800 unter 3-Jährige ein Angebot der Kindertagesbetreuung. Das waren 185 Prozent mehr als 2007.

Mehr Einschulungen in Privatschulen

Seit der Reformierung des Einschulungsalters im Schuljahr 2008/09 stieg die Zahl der Einschulungen in Schulen mit freier Trägerschaft von rund 900 auf 1.100 (plus 22,5 Prozent). An öffentlichen Schulen fiel sie hingegen um 4.800 Eingeschulte bzw. 12,5 Prozent.

Kinder mit Migrationshintergrund wechseln seltener auf ein Gymnasium

Nach der Grundschule wechselten zum Schuljahr 2017/18 rund 27 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund auf ein Gymnasium. Bei Grundschülerinnen und -schülern ohne Migrationshintergrund lag der Anteil, der auf ein Gymnasium wechselte, bei 44 Prozent.

Mehr Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf an Regelschulen

Von den etwa 20.000 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchten 2017/18 rund 5.800 eine Regelschule. Zehn Jahre zuvor waren es nur 2.200. Ihre Zahl ist demnach im Betrachtungszeitraum um 156 Prozent gestiegen.

Mehr Abiturientinnen und Abiturienten

Im Jahr 2017 erwarben 15.000 Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen die Hochschulreife bzw. den schulischen Teil der Hochschulreife. Gegenüber 2007 war das ein Anstieg um 25 Prozent.

Viele Schülerinnen und Schüler in Bildungsinstitutionen des „zweiten Bildungswegs“

Knapp 15.000 Schülerinnen und Schüler besuchten 2017/18 weiterführende Schulen, die auf dem „zweiten Bildungsweg“ zur Hochschulreife führen.

Jede vierte Lehrkraft ist 55 Jahre oder älter

Im Schuljahr 2017/18 waren rund 9.900 Lehrerinnen und Lehrer bzw. 24 Prozent der hauptamtlichen und hauptberuflichen Lehrkräfte 55 Jahre oder älter. Fünf Jahre zuvor waren es noch rund 12.600.

Weniger dual Auszubildende, mehr vollschulisch Auszubildende

Während die Zahl der dual Auszubildenden zwischen 2007 und 2017 um 17 Prozent sank, stieg die Zahl der Teilnehmenden an vollschulischen Angeboten, die zu einer anerkannten Berufsqualifikation führen, um rund 21 Prozent.

2020 werden weniger Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen erwartet

Gegenüber dem Jahr 2017 wird für 2020 ein Rückgang der Zahl der Absolventinnen und Absolventen einer dualen Ausbildung von ein bis fünf Prozent erwartet.

Studierendenzahl so hoch wie noch nie

Im Wintersemester 2017/18 waren rund 123.000 Menschen in ein Studium an einer rheinland-pfälzischen Hochschule eingeschrieben. Das waren mehr Studierende als jemals zuvor in der amtlichen Studierendenstatistik in Rheinland-Pfalz erfasst wurden. Vor zehn Jahren waren es noch gut 106.000 Studierende, vor 20 Jahren nur 81.000.

Geschlechterunterschiede in der Berufs- und Studienwahl

Auch im Jahr 2017 gilt: Während Männer eher technische Ausbildungen und Studiengänge belegen, sind bei den Frauen soziale und gesundheitsbezogene Ausbildungen bzw. sozial- und geisteswissenschaftliche Studienfächer beliebt.

Nur jede fünfte Professur mit einer Frau besetzt

Während Frauen im Studium (51 Prozent) noch in der Überzahl sind, nimmt ihr Anteil in höheren Statusgruppen der wissenschaftlichen Laufbahn kontinuierlich ab. Unter den Professorinnen und Professoren waren 2017 nur 21 Prozent weiblich.

Berufliche Fortbildung: Mehr Meisterinnen und Meister, Technikerinnen und Techniker

Gegenüber 2007 stieg sowohl die Zahl der Meisterinnen und Meister (plus 16 Prozent) als auch die der Technikerinnen und Techniker (plus 28 Prozent).

Die Veröffentlichung „Kennzahlen zur Bildung in Rheinland-Pfalz 2017“ kann zum Preis von 15 Euro einschließlich Versandkosten bestellt werden bei: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Vertrieb, 56128 Bad Ems, Telefon: 02603 71-2450, E-Mail: vertrieb@statistik.rlp.de. Sie steht zudem als PDF-Datei zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Autor: Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)