Frauenanteil in Hochschulräten steigt kontinuierlich

An den rheinland-pfälzischen Hochschulen waren im Jahr 2020 insgesamt 82 Frauen Mitglied in einem Hochschulrat. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag damit der Frauenanteil in den Hochschulräten bei 39 Prozent. Im Jahr 2010 waren es nach Angaben des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) nur rund 19 Prozent.

Hochschulräte übernehmen in der Regel hochschulstrategische und beratende Aufgaben. Mit einem jeweiligen Geschlechteranteil von 50 Prozent hatten die Universitäten in Trier, Kaiserslautern und Mainz sowie die Hochschule Koblenz ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis im Hochschulrat. An der Hochschule Mainz (70 Prozent) und der Technischen Hochschule Bingen (60 Prozent) stellten die Frauen die Mehrheit innerhalb der Hochschulräte.
An Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften lag der Frauenanteil in den Hochschulräten bzw. Kuratorien mit 43 Prozent am höchsten und an Verwaltungshochschulen mit 27 Prozent am niedrigsten. An den Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen waren 41 Prozent der Plätze in den Hochschulräten mit einer Frau besetzt.

Um die Geschlechterverhältnisse in den hochschulstrategisch bedeutsamen Hochschulräten vollständig zu beobachten, wurde die Erhebung im novellierten Hochschulstatistikgesetz verankert. Auf Basis des Gesetzes sind seit 2017 alle Hochschulen verpflichtet, den Statistischen Ämtern Angaben zu den Mitgliedern in Hochschulräten nach Geschlecht zu melden. Nur Mitglieder mit Stimmrecht wurden berücksichtigt.
Der Hochschulrat ist nach dem Hochschulgesetz an öffentlichen Hochschulen neben dem Senat und der Präsidentin bzw. dem Präsidenten ein zentrales Hochschulorgan. Für Hochschulen in kirchlicher oder privater Trägerschaft sowie für Verwaltungshochschulen bestehen teilweise andere Bezeichnungen der Hochschulräte (Verwaltungsrat, Kuratorium, Praxisrat) und unterschiedliche gesetzliche Regelungen.

Autor: Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)