592.200 Tonnen Freilandgemüse

Im Jahr 2020 haben in Rheinland-Pfalz 355 Betriebe 592.200 Tonnen Freilandgemüse erzeugt. Damit lag die Ernte leicht unter dem Aufkommen des Vorjahres von rund 604.600 Tonnen (minus zwei Prozent). Auch die Anbaufläche war im Vergleich zu 2019 mit 18.500 Hektar um etwa 700 Hektar kleiner. Rheinland-Pfalz hat einen Anteil von knapp 15 Prozent an der Gemüseanbaufläche Deutschlands.

Gut 100 Betriebe ernteten auf einer Fläche von 470 Hektar Erdbeeren, wovon 390 Hektar auf Freilandflächen und knapp 80 Hektar auf Flächen unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen und in Gewächshäusern entfielen. Insgesamt wurde eine Erntemenge von 5.600 Tonnen eingefahren.  

In Rheinland-Pfalz, wie in ganz Deutschland, wird Gemüse hauptsächlich im Freiland angebaut. Insgesamt knapp 50 Betriebe verfügen jedoch über so genannte hohe begehbare Schutzabdeckungen, zu denen auch Gewächshäuser zählen. Die Grundfläche solcher Anlagen in Rheinland-Pfalz beträgt gut 30 Hektar, die Anbaufläche knapp 60 Hektar (Mehrfachnutzung einer Fläche durch Vor-, Zwischen- und Nachkultur möglich).

Die Freilanderzeugung findet aufgrund der hohen Mechanisierungskosten schwerpunktmäßig in größeren Betrieben mit Anbauflächen für den Gemüsebau von 20 Hektar und mehr statt. 2020 machten diese Betriebe 39 Prozent der Erzeuger aus. Sie bewirtschafteten rund 93 Prozent der Fläche. Die rund 60 Betriebe mit einer Anbaufläche von 50 und mehr Hektar bewirtschafteten mit 15.000 Hektar 81 Prozent der Fläche. Jeder dieser Betriebe erzeugte im Durchschnitt auf 246 Hektar Gemüse. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem durchschnittlichen Flächenzuwachs von knapp drei Hektar je Betrieb in dieser Größenklasse.

Ökologische Bewirtschaftung

Knapp zwölf Prozent der Anbaufläche wird ökologisch bewirtschaftet; dabei gab es im Jahr 2020 einen deutlichen Zuwachs um 60 Prozent auf 2.100 Hektar. Es wurden 56.400 Tonnen ökologisch erzeugtes Gemüse geerntet (plus 71 Prozent). Die Zahl der Betriebe mit ökologischem Feldgemüsebau hat in den vergangenen Jahren tendenziell abgenommen. 2020 wurden gut 50 Betriebe registriert, die vollständig auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt haben; im Jahr zuvor waren es noch 60.

Drei Viertel der deutschen Radies-Produktion aus Rheinland-Pfalz

Radies wachsen in Rheinland-Pfalz auf 13 Prozent der Anbaufläche (2.400 Hektar). Knapp drei Viertel der deutschen Radiesproduktion stammen aus Rheinland-Pfalz. Möhren und Karotten rangieren mit knapp 2.200 Hektar an zweiter, Bund- bzw. Frühlingszwiebeln mit 1.900 Hektar an dritter Stelle. Trockenzwiebeln und Spargel wurden jeweils auf acht Prozent der Fläche angebaut. Mit knapp 700 Hektar Anbaufläche stellt Feldsalat 2020 wieder die flächenmäßig bedeutendste Salatart dar, nachdem im vergangenen Jahr Rucola den größten Anbauumfang aufwies. Zusammen mit den anderen angebauten Arten entfallen 15 Prozent der Anbaufläche auf Salate.  

Langfristig betrachtet setzt sich der Anbautrend weg vom Kohlgemüseanbau hin zu Wurzel- und Knollengemüse und Fruchtgemüse fort. 2008 wurden noch auf 2.500 Hektar Kohlgemüsearten angebaut, zu denen z.B. Kohlrabi, Rosenkohl und Blumenkohl gehören; 2020 waren es noch knapp 1.800 Hektar (minus 28 Prozent). Demgegenüber wurde seit 2008 die Anbaufläche von Wurzel- und Knollengemüse (z.B. Knollensellerie, Möhren, Kohlrabi, Rettich) von 7.400 Hektar auf 8.600 Hektar 2020 ausgedehnt (plus 16 Prozent). Fruchtgemüse (z. B. Tomaten, Gurken, Paprika) wurden 2008 auf knapp 900 Hektar, 2020 auf 1.100 Hektar angebaut (plus 25 Prozent). Der Spargel als „König aller Gemüse“ (Goethe) wurde 2020 von gut 100 Betrieben auf einer Fläche von rund 1.200 Hektar geerntet (minus 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Insgesamt wurde eine Erntemenge von 5.300 Tonnen eingefahren (minus 22 Prozent).

Der rheinland-pfälzische Gemüseanbau ist klimatisch bedingt mit 18.300 Hektar (99 Prozent der Anbaufläche im Freiland) schwerpunktmäßig in der Region Rheinhessen-Pfalz angesiedelt. Die Pfalz ist laut eigenen Angaben das größte geschlossene Anbaugebiet für Freilandgemüse Deutschlands. Die im Rhein-Pfalz-Kreis ansässigen Betriebe produzieren auf 10.600 Hektar Freilandgemüse. Der Landkreis ist damit Spitzenreiter, gefolgt vom Kreis Germersheim mit 3.600 Hektar und der kreisfreien Stadt Frankenthal mit 1.100 Hektar Anbaufläche. Speziell im Sommerhalbjahr können Verbraucher mit einem breiten Spektrum regionalen Gemüses versorgt werden.

Die Gemüseerhebung wird alle vier Jahre (zuletzt 2020) allgemein durchgeführt und in den Zwischenjahren repräsentativ. Die Erntemengen werden ausschließlich repräsentativ erhoben. In den Anbauflächen ist der Mehrfachanbau innerhalb eines Jahres auf derselben Grundfläche berücksichtigt (z. B. die mehrfache Nutzung einer Grundfläche durch frühe und späte Gemüsearten). Kleinere Veränderungen im Anbauumfang und den Erntemengen sind aufgrund stichprobenbedingter Fehler nur bedingt aussagekräftig.
Seit 2010 beschränkt sich die Erfassung auf landwirtschaftliche Betriebe mit Anbauflächen von mindestens 0,5 Hektar im Freiland oder mindestens 0,1 Hektar in Gewächshäusern bzw. unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen, auf denen Gemüse und/oder Erdbeeren oder deren jeweilige Jungpflanzen angebaut werden.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)