Coronabedingte Beschäftigungs- und Umsatzrückgänge im Gastgewerbe halten an

Der Jahresauftakt verlief im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe mit einem deutlichen Minus: Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Umsätze real, also um Preisveränderungen bereinigt, im Januar 2021 um 72 Prozent unter denen des Vorjahres. Nominal bzw. bewertet in jeweiligen Preisen, beliefen sich die Verluste auf 71 Prozent. Deutschlandweit betrugen die Umsatzrückgänge real 70 Prozent und nominal 69 Prozent. Deutliche Einbrüche gab es auch bei der Beschäftigtenzahl; diese lag um 31 Prozent unter dem Stand im Januar 2020 (Deutschland: minus 28 Prozent).

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Besonders deutlich sind die Einschnitte in der Beherbergung ausgefallen: Die Betriebe erzielten im Vergleich zum Januar 2020 weniger als 20 Prozent der Umsätze (Rückgang real: minus 82 Prozent). Die Gastronomen, auf die zwei Drittel der Gastgewerbeumsätze entfallen, verzeichneten Einbußen in Höhe von 68 Prozent. Hier waren mit Rückgängen von 69 Prozent vor allem Restaurants, Cafés, Eissalons und Imbissstuben von den Lockdown-Maßnahmen betroffen. Bei den Caterern und Erbringern von sonstigen Verpflegungsdienstleistungen lag das Umsatzminus bei 46 Prozent.

Beschäftigung

Der Beschäftigungsrückgang beläuft sich auf 31 Prozent, das heißt, fast jede dritte Stelle im Gastgewerbe ist weggefallen. Besonders betroffen waren die Teilzeitkräfte; deren Zahl reduzierte sich um 39 Prozent, bei den in Vollzeit Beschäftigten lag der Rückgang gegenüber Januar 2020 bei  18 Prozent.

Vergleich mit April 2020

Die Rückgänge im ersten Lockdown fielen noch gravierender aus. Real lagen die Umsätze im April 2020 gegenüber dem April 2019 um 78 Prozent niedriger. Der Beschäftigungseinbruch belief sich auf 39 Prozent. In der Beherbergung brachen 90 Prozent der Umsätze weg und in der Gastronomie waren es 70 Prozent.

Die Daten stammen aus der monatlichen Stichprobenerhebung bei 280 ausgewählten Gastgewerbeunternehmen in Rheinland-Pfalz. Durch das Handelsstatistikgesetz wird die Zahl der zu befragenden Einheiten bundesweit auf höchstens fünf Prozent aller Unternehmen begrenzt. Die Angaben für Filialbetriebe von Hotel- und Restaurantketten mit Sitz in einem anderen Bundesland sind in den Ergebnissen enthalten. Da es sich um eine Stichprobenerhebung handelt, liegen keine absoluten Werte sowie Regionalangaben vor.
Durch die Corona-Krise sind die Gastronomie und das Beherbergungsgewerbe wirtschaftlich außerordentlich beeinträchtigt. Da die Durchsetzbarkeit der Meldepflicht in dieser Situation eingeschränkt ist, liegt der Schätzanteil der fehlenden Statistikmeldungen über dem sonst üblichen Maß.

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

Umsatz und Beschäftigte im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe1 im Januar 2021 Veränderung gegenüber Januar 2020 in %
WirtschaftszweigAnteil am
Umsatz2
UmsatzBeschäftigte
%nominalrealinsgesamtVollzeitTeilzeit
Beherbergung35- 82,2- 82,2- 34,2- 16,8- 49,2
Gastronomie65- 66,3- 67,5- 30,0- 18,4- 35,6
Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben,      
Cafés, Eissalons und Ähnliches47- 67,8- 69,2- 29,6- 22,3- 33,7
Caterer und Erbringung sonstiger      
Verpflegungsdienstleistungen9- 44,8- 46,3- 24,7- 5,2- 33,4
Gastgewerbe insgesamt100- 71,2- 72,2- 31,4- 17,7- 39,4
1 Vorläufiges Ergebnis. – 2 Quelle: Rechtliche Einheiten des Unternehmensregisters 2018.