Frauen werden häufiger mit einem Deutschlandstipendium gefördert als Männer

Im Jahr 2020 wurden in Rheinland-Pfalz knapp 1.200 Studierende, darunter rund 670 Frauen, mit einem Deutschlandstipendium nach dem Stipendienprogrammgesetz gefördert. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, erhielt damit etwa jede 96. Studentin und jeder 118. Student ein Deutschlandstipendium.

Im Rahmen des Deutschlandstipendiums werden besonders leistungsstarke und engagierte Studierende für mindestens zwei Semester mit monatlich 300 Euro unterstützt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Ziel ausgegeben, zwei Prozent aller Studierenden im Rahmen des Stipendienprogrammgesetzes zu fördern. In Rheinland-Pfalz haben 2020 rund 0,9 Prozent aller Studierenden ein Deutschlandstipendium erhalten. Bei den Frauen lag der Förderanteil mit 1,0 Prozent etwas höher als bei den Männern (0,8 Prozent).

Mit 529 Studierenden war 2020 beinahe die Hälfte (45 Prozent) der geförderten Stipendiatinnen und Stipendiaten in einem MINT-Studiengang eingeschrieben, also einem mathematischen, natur- oder ingenieurswissenschaftlichen Studienfach; das waren 19 Studierende weniger als im Vorjahr. Weitere 32 Prozent der nach dem Stipendienprogrammgesetz geförderten Studierenden kommen aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Der Ausländeranteil unter den Stipendiatinnen und Stipendiaten lag 2020 bei rund zehn Prozent. Damit lag er drei Prozentpunkte unter dem Anteil aller nicht deutschen Studierenden. Gegenüber 2015 stieg der Anteil der ausländischen Studierenden, die ein Deutschlandstipendium erhielten, um knapp vier Prozentpunkte.

Da das Deutschlandstipendium jeweils hälftig vom Bund und von privaten Stiftern finanziert wird, kommen regionale und institutionelle Unterschiede durch die Fächerangebote der Hochschulen, die Ressourcen der Hochschulen zur Akquise der Förderer, die regionale Anzahl fördernder Betriebe, Institutionen und Privatpersonen sowie durch die finanziellen Fördermöglichkeiten bisheriger Stifterinnen und Stifter zustande.

Die meisten Stipendiatinnen und Stipendiaten waren an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (424) und der Technischen Universität Kaiserslautern (196) eingeschrieben. Den höchsten Anteil an Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten unter den Studierenden hatten die Hochschule Mainz (1,8 Prozent) und die Cusanus Hochschule in Bernkastel-Kues (1,7 Prozent). Damit erreichte keine rheinland-pfälzische Hochschule das Zwei-Prozent-Ziel des Bundesministeriums.

Die Zahlen stammen aus der Statistik zum Deutschlandstipendium. Zur Berechnung des Anteils der Stipendiaten an den Studierenden wurden die vorläufigen Studierendenzahlen des Wintersemesters 2020/21 aus den Schnellmeldungen zur Studierendenstatistik verwendet.

Autor: Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)