Ex- und Importe zum Jahresbeginn im Minus – Außenhandel mit Großbritannien bricht ein

Der rheinland-pfälzische Außenhandel lag im Januar 2021 deutlich unter den Werten des Vorjahres. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems beliefen sich die Ausfuhren auf 4,1 Milliarden Euro; das waren 5,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. (Deutschland: minus 7,9 Prozent). Die Importe erreichten einen Warenwert von drei Milliarden Euro und lagen um 8,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats (Deutschland: minus 9,2 Prozent).

Ausfuhren

Mit wenigen Ausnahmen befand sich das Exportgeschäft größtenteils im Minus. In die EU wurden im Januar 2021 Waren im Wert von 2,3 Milliarden Euro exportiert; das waren 1,8 Prozent weniger wie vor einem Jahr. Das Ausfuhrvolumen in die Euro-Partnerländer lag bei 1,7 Milliarden Euro (minus 3,7 Prozent). Eine höhere Nachfrage nach Waren aus Rheinland-Pfalz gab es in den EU-Ländern, die nicht der Euro-Zone angehören: Das Plus lag hier bei 4,2 Prozent; das Handelsvolumen betrug 574 Millionen Euro. Hier wirkte sich das positive Außenhandelsgeschäft mit Polen mit einem Plus von 20 Prozent aus. Deutliche Rückgänge mit 21 Prozent gab es im Handel mit den EU-Ländern außerhalb der EU. Dies ist vor allem auf den deutlichen Exportrückgang nach Großbritannien zurückzuführen (minus 38 Prozent).

Die Ausfuhren auf den amerikanischen Kontinent reduzierten sich um rund zehn Prozent. Mit minus 13 Prozent fielen die Rückgänge in die USA sogar noch höher aus. Auch nach Asien wurden weniger Waren exportiert (minus 1,8 Prozent). Während der Handel mit China ebenfalls mit einem Prozent im Minus lag, nahmen die Ausfuhren nach Japan um deutliche 28 Prozent zu. 

In den sechs für den Export besonders bedeutenden Güterabteilungen wurde lediglich im Maschinenbau geringfügig mehr exportiert (plus 0,4 Prozent). In den anderen Branchen verlief der Handel gegenüber dem Vorjahresmonat schlechter. Das größte Exportminus gab es mit 21 Prozent in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen. Auch die Metallerzeugung konnte mit 15 Prozent deutlich weniger Waren exportieren. In der Gummi- und Kunststoffindustrie sowie bei den pharmazeutischen Erzeugern lagen die Rückgänge bei 8,4 bzw. 8,1 Prozent.

Einfuhren

Der Wert der Importwaren betrug im November drei Milliarden Euro und lag damit um 8,8 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Aus den Ländern der EU, dem Hauptimporteur, kamen 9,6 Prozent weniger Einfuhren. Noch größer fielen die Einfuhrrückgänge aus den Ländern der Eurozone aus (minus 14 Prozent). Der Nachfrageanstieg nach Waren aus Polen (plus 8,7 Prozent) führte zu einem Plus bei den Ländern, die nicht der Eurozone angehören (plus 6,1 Prozent). Die Wareneinfuhr aus dem übrigen Europa ging um 8,8 Prozent zurück. Mit knapp zwei Drittel sind die Importe aus Großbritannien massiv eingebrochen (minus 65 Prozent). Aufgrund der positiven Entwicklungen in China (plus 3,1 Prozent) und einer Verdreifachung der Importwerte aus Korea (plus 211 Prozent) schlossen die Einfuhren aus dem asiatischen Kontinent mit 7,1 Prozent im Plus. Um rund ein Fünftel reduzierten sich die Einfuhren aus Amerika; die Importe aus den USA gingen um 17 Prozent zurück.  

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.
Aus Gründen der Vergleichbarkeit wird die EU in der Abgrenzung der EU-27, also ohne das Vereinigte Königreich, betrachtet.   

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen im Januar 2020 und Januar 2021¹
Merkmal20202021Veränderung
in %
Mill. EURAnteil in %Mill. EURAnteil in %
EU-Länder2.32453,82.28156,1-1,8
Eurozone1.77341,11.70742,0-3,7
Nicht Eurozone55112,857414,14,2
Übriges Europa56713,144911,0-20,8
Asien66115,364916,0-1,8
Amerika63114,656814,0-9,9
Afrika1002,3842,1-16,5
Australien / Ozeanien330,8350,96,6
Ausfuhr insgesamt4.316100,04.066100,0-5,8
EU-Länder1.92359,41.73958,9-9,6
Eurozone1.52347,11.31444,5-13,7
Nicht Eurozone40012,442414,46,1
Übriges Europa2919,02659,0-8,8
Asien61118,965522,27,1
Amerika3009,32408,1-19,9
Afrika993,1431,4-56,8
Australien / Ozeanien80,280,3-4,0
Einfuhr insgesamt3.236100,02.952100,0-8,8
1 vorläufig.