Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung

Die Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Das belegt die Auswertung der Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich, die das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz jetzt für das Jahr 2013 vorgelegt hat. Gegenüber dem Jahr 2008, für das diese Auswertung auf Basis der aktuellen Wirtschaftszweigsystematik erstmals erfolgte, erhöhte sich die Zahl der tätigen Personen in diesem Bereich um 18 Prozent auf nunmehr 77.577. Der Umsatz wuchs im gleichen Zeitraum um 35,4 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Die Zahlen verdeutlichen die sich vertiefende Arbeitsteilung bei immer stärkerer Spezialisierung.

In dem, bezogen auf die Arbeitskräfte, größten Teilbereich dieser Gruppe – der Rechts- und Steuerberatung sowie der Wirtschaftsprüfung – stieg die Zahl der Beschäftigten um 6,8 Prozent auf rund 25.000. Der Umsatz legte um 11,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Architektur- und Ingenieurbüros sowie die Anbieter von technischen, physikalischen und chemischen Untersuchungen weiteten ihren Personalbestand gegenüber dem Jahr 2008 um 18,6 Prozent auf knapp 23.100 aus, der Umsatz erhöhte sich um 36,4 Prozent auf nahezu 2,6 Milliarden Euro. In der Unternehmensberatung einschließlich der Verwaltung und Führung von Unternehmen erhöhte sich die Zahl der tätigen Personen um 35,6 Prozent auf 13.485, der Umsatz stieg um 37,7 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Mit der Wirtschaftszweigsystematik 2008 lassen sich die durch Arbeitsteilung, Fremdvergabe und Auslagerung gekennzeichneten Strukturen deutlich abbilden. Die Strukturerhebung in den Dienstleistungsbereichen stellt nach aktueller Wirtschaftszweigsystematik Daten rückwirkend bis 2008 bereit. Diese werden jährlich in Statistischen Berichten veröffentlicht.

Neben dem oben betrachteten Wirtschaftsabschnitt werden auch die Bereiche Verkehr und Lagerei, Information und Kommunikation, Grundstücks- und Wohnungswesen sowie sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen in die Erhebung einbezogen.

Weitere Informationen: Statistischer Bericht 2013

Die hier betrachteten, hochgerechneten Ergebnisse stammen aus der jährlichen Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich. In wichtigen Wirtschaftsabschnitten des Dienstleistungsbereichs führen die Statistischen Ämter der Länder einmal jährlich eine Stichprobenerhebung mit Auskunftspflicht bei bundesweit höchstens 15 Prozent aller Erhebungseinheiten durch. Die Auswahlgesamtheit bildet die Gesamtheit der Unternehmen und Einrichtungen, die den Schwerpunkt ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit in den Wirtschaftsabschnitten H (Verkehr und Lagerei), J (Information und Kommunikation), L (Grundstücks- und Wohnungswesen), M (Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen), N (Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen) und S 95 (Sonstige Dienstleistungen; Reparatur von Datenverarbeitungsgeräten und Gebrauchsgütern) haben. Neben Angaben zur Kennzeichnung des Unternehmens wie Rechtsform, hauptsächlich ausgeübte wirtschaftliche Tätigkeit und Zahl der Niederlassungen, werden z. B. Angaben zur Struktur wie Beschäftigte, Personal- und Sachaufwand, Umsatz bzw. betriebliche Erträge, Investitionen, Steuern und Subventionen erfragt.

Autor: Rainer Klein (Referat Unternehmensstatistiken)