Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleister umsatzstärkster Bereich

Die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sind in Rheinland-Pfalz der umsatzstärkste Wirtschaftszweig unter den unternehmensnahen Dienstleistungsbereichen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz erwirtschaftete der Bereich 2015 Umsätze in Höhe von 10,7 Milliarden Euro. Es folgte der Bereich „Verkehr und Lagerei“ mit Erlösen in Höhe von zehn Milliarden Euro. Der drittgrößte Bereich „Information und Kommunikation“ setzte 7,3 Milliarden Euro um.

Wird die Bedeutung eines Wirtschaftszweigs an der Zahl der dort tätigen Personen gemessen, ergibt sich ein anderes Bild: Unter den unternehmensnahen Dienstleistungen war der Bereich „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ 2015 mit 124.500 tätigen Personen der größte Arbeitgeber. Gemessen am Umsatz lag dieser Bereich mit 5,8 Milliarden Euro nur an vierter Stelle. Zu den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen zählen die Gebäudebetreuung und der Garten- und Landschaftsbau mit zusammen 45.600 Beschäftigten sowie andere personalintensive Bereiche wie die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften sowie Wach- und Sicherheitsdienste.

Der Bereich „Verkehr und Lagerei“ stand unter den unternehmensnahen Dienstleistern mit 100.100 tätigen Personen an zweiter Stelle. Dort verteilte sich das Personal relativ gleichmäßig auf die Bereiche Landverkehr, Lagerei sowie Post- und Kurierdienste.

Die umsatzstarken freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleister erreichten hinsichtlich der Beschäftigung nur den dritten Rang. Sie boten 87.400 Personen einen Arbeitsplatz. Davon waren 27.000 im Bereich „Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung“ tätig; die zweitgrößte Gruppe bildeten die 26.400 Beschäftigten im Bereich „Architektur- und Ingenieurbüros; technische, physikalische und chemische Untersuchung“.

Bezieht man den Branchenumsatz auf die Beschäftigten, ist die Umsatzproduktivität im Grundstücks- und Wohnungswesen mit Abstand am höchsten (2015: 203.500 Euro je tätige Person). Es folgte der Dienstleistungsbereich „Information und Kommunikation“ mit 165.800 Euro je tätige Person. Die mit Abstand geringste Umsatzproduktivität weist der personalintensive Bereich der „sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ auf (2015: 46.600 Euro).

Weitere Informationen: Statistischer Bericht (PDF-Datei); Detaillierte Wirtschaftszweigsystematik (PDF-Datei)

Die hier betrachteten hochgerechneten Ergebnisse stammen aus der jährlichen Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich. In wichtigen Wirtschaftsabschnitten des Dienstleistungsbereichs führen die Statistischen Ämter der Länder einmal jährlich eine Stichprobenerhebung mit Auskunftspflicht bei bundesweit höchstens 15 Prozent aller Erhebungseinheiten durch. Die Auswahlgrundlage bildet die Gesamtheit der Unternehmen und Einrichtungen, die den Schwerpunkt ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit in den Wirtschaftsabschnitten H (Verkehr und Lagerei), J (Information und Kommunikation), L (Grundstücks- und Wohnungswesen), M (Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen), N (Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen) und S 95 (Sonstige Dienstleistungen; Reparatur von Datenverarbeitungsgeräten und Gebrauchsgütern) haben. Die Ergebnisse in der Pressemitteilung beziehen sich auf alle örtlichen Einheiten der genannten Wirtschaftszweige, die in Rheinland-Pfalz ansässig sind (Betriebskonzept). Alternativ ist eine Darstellung nach dem Unternehmenskonzept möglich, die alle Unternehmen mit Sitz in Rheinland-Pfalz einschließlich ihrer außerhalb des Landes gelegenen Niederlassungen einbezieht. Neben Angaben zur Kennzeichnung des Unternehmens wie Rechtsform, hauptsächlich ausgeübte wirtschaftliche Tätigkeit und Zahl der Niederlassungen, werden z. B. Angaben zur Struktur wie Beschäftigte, Personal- und Sachaufwand, Umsatz bzw. betriebliche Erträge, Investitionen, Steuern und Subventionen erfragt.

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)