Energieverbrauch der Industrie war 2014 leicht rückläufig
Chemiebranche benötigt viel Energie

Die rheinland-pfälzische Industrie benötigte im Jahr 2014 fast 87.967 Gigawattstunden Energie. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems knapp 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Gegensatz dazu lag in Deutschland die industrielle Energieverwendung mit 1,12 Millionen Gigawattstunden auf dem Vorjahresniveau. Der rheinland-pfälzische Anteil am bundesweiten Verbrauch betrug somit knapp acht Prozent.

In Rheinland-Pfalz ist die chemische Industrie mit 72 Prozent der Wirtschaftszweig mit dem größten Anteil an der Energieverwendung. Bundesweit kommt diese Branche auf einen Anteil von 31 Prozent. Betriebe, die Papier, Pappe und Waren daraus herstellen, sowie Betriebe, die sich mit der Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden befassen, wiesen jeweils einen Anteilswert von 5,5 Prozent auf. In Deutschland folgten auf die chemische Industrie die Metallerzeugung und -bearbeitung (23 Prozent) sowie die Kokereien und Mineralöl verarbeitenden Betriebe (10 Prozent).

Die rheinland-pfälzische Industrie benötigte zur Erzielung von 1.000 Euro Umsatz durchschnittlich knapp 1.000 Kilowattstunden Energie. Rechnet man die chemische Industrie heraus, ergibt sich ein Wert von 405 Kilowattstunden. In Deutschland lag der Wert für die Industrie insgesamt bei 640 Kilowattstunden, unter Herausrechnung der Chemie ergäbe sich ein Wert von 482 Kilowattstunden. Die chemische Industrie in Rheinland-Pfalz benötigte für 1.000 Euro Umsatz 2.200 Kilowattstunden Energie. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass insbesondere die Chemiebranche einen beachtlichen Teil der Energieträger – z. B. Erdöl – nicht energetisch, sondern als Ausgangsstoff für Produkte nutzt. Mehr als ein Drittel des Energieverbrauchs (38 Prozent) der Industrie in Rheinland-Pfalz entfällt auf diese Verwendungsform, in der chemischen Industrie sind es mehr als die Hälfte.

Wichtigster Energieträger der rheinland-pfälzischen Industrie ist Erdgas. Auf ihn entfielen fast 47 Prozent des Energieverbrauchs (45.600 Gigawattstunden). Mineralöle bzw. Mineralölprodukte trugen 27 Prozent bei (23.800 Gigawattstunden). Der Bedarf an Strom belief sich auf 14.800 Gigawattstunden, was einem Anteil von 17 Prozent entsprach. Gut die Hälfte des Stroms erzeugte die Industrie in eigenen Kraftwerken bzw. Anlagen.

1 Gigawattstunde (GWh)    = 1 Million Kilowattstunden (kWh)
1 Gigawattstunde    = 3,6 Terrajoule (TJ) = 3.600 Gigajoule (GJ)

Die Daten stammen aus der Jahreserhebung über die Energieverwendung der Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes sowie des Bergbaus und der Gewinnung von Steinen und Erden. Befragt wurden rund 2.200 Einheiten. Der Umsatz stammt aus den regelmäßig stattfindenden Erhebungen im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden. Der Berichtskreis umfasst Betriebe dieses Wirtschaftsbereichs mit 20 und mehr Beschäftigten sowie alle produzierenden Betriebe von Mehrbetriebsunternehmen des produzierenden Gewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten, unabhängig von der Beschäftigtenzahl des jeweiligen Betriebs.
Die Erhebung erfasst alle Formen der Energieverwendung, wie Einsatzenergie, (z. B. zur Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung,) sowie die nichtenergetische Verwendung (z. B. als Rohstoff für chemische Prozesse). Soweit Energieträger als Brennstoffe zur Stromerzeugung in eigenen Anlagen der Betriebe eingesetzt werden, enthält der Gesamtenergieverbrauch Doppelzählungen (Energiegehalt der eingesetzten Brennstoffe und des erzeugten und selbst verbrauchten Stroms).

Autor: Jörg Breitenfeld (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)