Strom aus Erneuerbaren Energien auf neuem Höchststand
Rhein-Hunsrück-Kreis vorn

Im Jahr 2014 wurden in Rheinland-Pfalz fast sieben Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energieträgern in das Leitungsnetz eingespeist. Das stellt gegenüber dem Jahr 2013 eine Zunahme von fast neun Prozent dar. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems weiter mitteilt, entspricht das einem Pro-Kopf-Wert von gut 1.700 Kilowattstunden. Nach vorläufigen Berechnungen hatten die erneuerbaren Energien einen Anteil von etwa 39 Prozent an der gesamten rheinland-pfälzischen Stromerzeugung.

Über die Hälfte der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien stammt aus Windkraftanlagen (3,5 Milliarden Kilowattstunden). Auf Platz zwei folgen die Fotovoltaikanlagen (1,6 Milliarden Kilowattstunden) mit rund 23 Prozent. Mit Wasserkraft wurde eine Milliarde Kilowattstunden erzeugt, was einem Anteil von 15 Prozent entspricht. Die Stromerzeugung aus Biomasse kam auf 820 Millionen Kilowattstunden oder 12 Prozent.

An der Spitze der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien lag der Rhein-Hunsrück-Kreis. Hier wurden 12 Prozent der gesamten Einspeisungen – vorwiegend aus Windkraft – getätigt. Fast zehn Prozent entfielen auf den Eifelkreis Bitburg-Prüm. Der Landkreis Trier-Saarburg kam auf einen Anteilswert von knapp neun Prozent. Anteilswerte von mehr als fünf Prozent wiesen noch die Landkreise Alzey-Worms, Cochem-Zell, Bernkastel-Wittlich sowie Mainz-Bingen auf.

Bei der Windkraft zeigt sich die Bedeutung des Rhein-Hunsrück-Kreises für diesen Energieträger. Mit 21 Prozent wurde hier jede fünfte Kilowattstunde Strom aus Windkraft eingespeist. Es folgt Alzey-Worms (13 Prozent) vor den Eifelkreis Bitburg-Prüm (12 Prozent). Die Fotovoltaikanlagen sind demgegenüber gleichmäßiger im Land verteilt. Den höchsten Anteilswert weist der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit 8,1 Prozent auf, vor den Landkreisen Trier-Saarburg (5,7 Prozent) und Bad Kreuznach (5,6 Prozent). Große Bedeutung haben in Bitburg-Prüm auch die Biomasseanlagen. Fast 17 Prozent der landesweiten Stromeinspeisungen finden in diesem Landkreis statt. Der Westerwaldkreis weist einen Anteilswert von fast 14 Prozent auf. Die Stromeinspeisung aus Wasserkraft konzentriert sich auf die Landkreise entlang der Mosel. Zwei-Drittel der Einspeisung aus Wasserkraft erfolgte in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Trier-Saarburg.

Ausführliche regionale Daten enthält der statistische Bericht: Regionale Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien 2014.

Grundlage für die Auswertung sind die im Internet veröffentlichten Daten zu den Netzeinspeisungen nach dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG). Ergänzt wurde die Stromerzeugung aus Wasserkraftwerken ab einer Leistung von 5 MW, die keine Förderung erhalten.



Gegenüber der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, wie sie in der Energiebilanz nachgewiesen wird, bestehen methodische Unterschiede, sodass eine direkte Vergleichbarkeit nicht gegeben ist. So berücksichtigt die Energiebilanz über die Wasserkraftwerke hinausgehend weitere Strommengen aus erneuerbaren Energien, die nicht nach dem EEG gefördert werden. Hierzu gehören beispielsweise die Strommengen, die aus dem biogenen Anteil der Siedlungsabfälle erzeugt werden.



Datenabruf vom 01.10.2015, http://www.amprion.net

Autor: Jörg Breitenfeld, Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie