Durchschnittliche Getreide- und Rapsernte

Die diesjährige Getreide- und Rapsernte ist trotz der unbeständigen Witterung in den letzten Wochen weitgehend abgeschlossen worden. Nach einer ersten Bilanz des Statistischen Landesamtes in Bad Ems werden die rheinland-pfälzischen Landwirte im laufenden Jahr 1,4 Millionen Tonnen Getreide ernten. Gegenüber dem Vorjahr ist eine Zunahme von vier Prozent zu verzeichnen. Allerdings liegt sie um gut ein Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2016.

Die Getreide- und Winterrapsbestände waren im Allgemeinen gut durch den Winter gekommen. Die hohen Temperaturen im März boten den Pflanzen gute Wachstumsbedingungen. Die Frostnächte im April hatten – im Gegensatz zum Wein- und Obstbau – nur geringen Einfluss auf das Getreide oder den Raps. Im weiteren Verlauf war es wegen fehlender Niederschläge zu trocken. Die wechselhafte Witterung ab Mitte Juni sorgte mit ihren Niederschlägen noch für einen Zuwachs, so dass zumindest mengenmäßig eine durchschnittliche Ernte eingebracht wurde.

Getreide wurde 2017 auf 220.500 Hektar angebaut und lag damit nur geringfügig unter der Vorjahresfläche. Der durchschnittliche Getreideertrag wird auf 6,5 Tonnen je Hektar geschätzt, im vergangenen Jahr waren es 6,2 Tonnen (plus fünf Prozent). Gegenüber dem langjährigen Mittel betrug der Ertragszuwachs gut zwei  Prozent.

Die Anbaufläche für Winterraps wurde um rund sechs Prozent auf 42.400 Hektar reduziert. Die Erntemenge (149.100 Tonnen) wird das Vorjahresergebnis voraussichtlich um knapp vier Prozent unterschreiten. Der langjährige Durchschnittswert wird um fast sieben Prozent verfehlt. Der Hektarertrag liegt mit 3,5 Tonnen über dem Vorjahreswert von 3,4 Tonnen (2,5 Prozent). Im mehrjährigen Durchschnitt wurden knapp 3,6 Tonnen Winterraps von einem Hektar geerntet.

Die wichtigste Getreideart ist Winterweizen, der auf 113.400 Hektar angebaut wurde. Der Hektarertrag liegt mit sieben Tonnen voraussichtlich sieben Prozent über dem Vorjahreswert (6,6 Tonnen). Gegenüber dem langjährigen Durchschnittsertrag (6,9 Tonnen je Hektar) beträgt der Zuwachs 1  Prozent. Die erwartete Erntemenge liegt bei 792.000  Tonnen. Damit entfallen 56 Prozent der Getreideernte auf Winterweizen.

Wintergerste verzeichnet mit 38.000 Hektar im Vergleich zum Vorjahr eine geringfügige Ausdehnung der Anbaufläche. Der Ertrag beträgt 6,8 Tonnen je Hektar und wird damit das langjährige Mittel um sieben Prozent übertreffen. Gegenüber dem Vorjahr ist eine geringfügige Zunahme von knapp einem Prozent zu verzeichnen. Die für Wintergerste geschätzte Erntemenge beläuft sich auf 258.700 Tonnen. Sommergerste (36.200 Hektar) liegt mit 5,3 Tonnen je Hektar sieben Prozent über dem Niveau des Vorjahres (5,0 Tonnen) und ein Prozent über dem mehrjährigen Mittel. Die Erntemenge (193.200 Hektar) liegt 15 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Daten stammen aus der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung sowie der Ernte- und Betriebsberichterstattung. Bei der Besonderen Ernteermittlung wurden bisher 379 der 460 ausgewählten Getreide- und Winterrapsfelder vollständig abgeerntet und das Erntegut verwogen. Im Rahmen der Ernte- und Betriebsberichterstattung berichten rund 300 Landwirte regelmäßig über die Wachstumsbedingungen und die Erträge von Feldfrüchten. Da noch nicht alle Proben ausgewertet werden konnten, sind die Ergebnisse noch mit Unsicherheiten behaftet; Veränderungen sind möglich.

Autor: Jörg Breitenfeld (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie