Die veranschlagten Baukosten der Neubaumaßnahmen im Nichtwohnbau erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum knapp 63 Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro. Die Preissteigerungen sind zu einem kleinen Teil mit Volumeneffekten zu erklären. Der wesentlich größere Teil scheint aber deutlich gestiegene Baukosten zu sein, da sich die signifikanten Kostensteigerungen über alle Gebäudearten hinweg zeigen. Trotz des leichten Rückgangs der Baugenehmigungen umfassten die genehmigten Bauvorhaben 2,3 Prozent mehr umbauten Raum sowie knapp zwölf Prozent mehr Nutzfläche. Die durchschnittlich geplanten Kosten je Kubikmeter Rauminhalt stiegen binnen Jahresfrist von 179 Euro auf 285 Euro.
Gebäudearten: Rückgang bei nichtlandwirtschaftlichen Betriebsgebäuden
Rund zwei Drittel der genehmigten neuen Gebäude waren sogenannte nichtlandwirtschaftliche Betriebsgebäude. Dazu zählen unter anderem Handels- und Lagergebäude (23,3 Prozent aller neuen Gebäude), Fabrik- und Werkstattgebäude (9,9 Prozent) sowie Hotels und Gaststätten (1,4 Prozent).
Insgesamt wurden 907 nichtlandwirtschaftliche Betriebsgebäude genehmigt, das waren 6,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Zudem erteilten die Behörden Baugenehmigungen für 162 landwirtschaftliche Betriebsgebäude (plus 1,3 Prozent), 75 Büro- und Verwaltungsgebäude (plus 29,3 Prozent), 23 Anstaltsgebäude (plus 91,7 Prozent) sowie 179 sonstige Nichtwohngebäude (minus 4,3 Prozent).
Bauherren und Baukosten: Unternehmen dominieren
Rund 48 Prozent der Bauherren waren Unternehmen. Es folgten private Haushalte mit rund 39 Prozent, die öffentlichen Bauherren mit elf Prozent und Organisationen ohne Erwerbszweck mit 2,6 Prozent. Bei den öffentlichen Bauherren (plus 5,7 Prozent) und den privaten Haushalten (plus 4,6 Prozent) ist die Zahl der Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Organisationen ohne Erwerbszweck (minus 7,9 Prozent) und Unternehmen (minus 10,1 Prozent) verzeichneten einen Rückgang in den Genehmigungen neuer Gebäude im Nichtwohnbau.
Die geplanten Baukosten stiegen bei allen Bauherrengruppen deutlich (Unternehmen: 45 Prozent; öffentliche Bauherren: 83 Prozent; private Haushalte: 96 Prozent und Organisationen ohne Erwerbszweck: 388 Prozent). Den stärksten Anstieg der Baukosten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es bei den nichtlandwirtschaftlichen Betriebsgebäuden, insbesondere den Handels- und Lagergebäuden; hier haben sich die veranschlagten Baukosten mehr als verdoppelt.
Methodische Hinweise
Die Ergebnisse stammen aus der Statistik der Baugenehmigungen. Die Bauaufsichtsbehörden melden die von ihnen erteilten Baugenehmigungen monatlich an das Statistische Landesamt. In der Statistik können demzufolge nur diejenigen Baugenehmigungen abgebildet werden, die bis zum jeweiligen Schlusstag für die Meldung an die Statistik beim Statistischen Landesamt eingegangen sind und plausible Angaben beinhalten. Abgelehnte Anträge auf Baugenehmigung fließen nicht in die Statistik ein.
Die Pressemitteilung hat ausschließlich die erteilten Baugenehmigungen für den Neubau von Nichtwohngebäuden zum Gegenstand. Die erteilten Baugenehmigungen für Baumaßnahmen an bestehenden Nichtwohngebäuden sowie die erteilten Baugenehmigungen für Wohngebäude werden nicht dargestellt.
Autor: Daniel Friesenhahn (Referat Steuern, Verwaltungsstatistiken)