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Nichtwohnbau 2025: Weniger Baugenehmigung, deutlicher Anstieg der Baukosten

Die Zahl der Baugenehmigungen für neue Nichtwohngebäude ist in Rheinland-Pfalz 2025 gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems genehmigten die Bauaufsichtsbehörden den Bau von 1.346 neuen Nichtwohngebäuden.

Die veranschlagten Baukosten der Neubaumaßnahmen im Nichtwohnbau erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum knapp 63 Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro. Die Preissteigerungen sind zu einem kleinen Teil mit Volumeneffekten zu erklären. Der wesentlich größere Teil scheint aber deutlich gestiegene Baukosten zu sein, da sich die signifikanten Kostensteigerungen über alle Gebäudearten hinweg zeigen. Trotz des leichten Rückgangs der Baugenehmigungen umfassten die genehmigten Bauvorhaben 2,3 Prozent mehr umbauten Raum sowie knapp zwölf Prozent mehr Nutzfläche. Die durchschnittlich geplanten Kosten je Kubikmeter Rauminhalt stiegen binnen Jahresfrist von 179 Euro auf 285 Euro.

Gebäudearten: Rückgang bei nichtlandwirtschaftlichen Betriebsgebäuden

Rund zwei Drittel der genehmigten neuen Gebäude waren sogenannte nichtlandwirtschaftliche Betriebsgebäude. Dazu zählen unter anderem Handels- und Lagergebäude (23,3 Prozent aller neuen Gebäude), Fabrik- und Werkstattgebäude (9,9 Prozent) sowie Hotels und Gaststätten (1,4 Prozent).

Insgesamt wurden 907 nichtlandwirtschaftliche Betriebsgebäude genehmigt, das waren 6,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Zudem erteilten die Behörden Baugenehmigungen für 162 landwirtschaftliche Betriebsgebäude (plus 1,3 Prozent), 75 Büro- und Verwaltungsgebäude (plus 29,3 Prozent), 23 Anstaltsgebäude (plus 91,7 Prozent) sowie 179 sonstige Nichtwohngebäude (minus 4,3 Prozent).

Bauherren und Baukosten: Unternehmen dominieren

Rund 48 Prozent der Bauherren waren Unternehmen. Es folgten private Haushalte mit rund 39 Prozent, die öffentlichen Bauherren mit elf Prozent und Organisationen ohne Erwerbszweck mit 2,6 Prozent. Bei den öffentlichen Bauherren (plus 5,7 Prozent) und den privaten Haushalten (plus 4,6 Prozent) ist die Zahl der Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen.  Organisationen ohne Erwerbszweck (minus 7,9 Prozent) und Unternehmen (minus 10,1 Prozent) verzeichneten einen Rückgang in den Genehmigungen neuer Gebäude im Nichtwohnbau.

Die geplanten Baukosten stiegen bei allen Bauherrengruppen deutlich (Unternehmen: 45 Prozent; öffentliche Bauherren: 83 Prozent; private Haushalte: 96 Prozent und Organisationen ohne Erwerbszweck: 388 Prozent). Den stärksten Anstieg der Baukosten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es bei den nichtlandwirtschaftlichen Betriebsgebäuden, insbesondere den Handels- und Lagergebäuden; hier haben sich die veranschlagten Baukosten mehr als verdoppelt.

Methodische Hinweise

Die Ergebnisse stammen aus der Statistik der Baugenehmigungen. Die Bauaufsichtsbehörden melden die von ihnen erteilten Baugenehmigungen monatlich an das Statistische Landesamt. In der Statistik können demzufolge nur diejenigen Baugenehmigungen abgebildet werden, die bis zum jeweiligen Schlusstag für die Meldung an die Statistik beim Statistischen Landesamt eingegangen sind und plausible Angaben beinhalten. Abgelehnte Anträge auf Baugenehmigung fließen nicht in die Statistik ein.

Die Pressemitteilung hat ausschließlich die erteilten Baugenehmigungen für den Neubau von Nichtwohngebäuden zum Gegenstand. Die erteilten Baugenehmigungen für Baumaßnahmen an bestehenden Nichtwohngebäuden sowie die erteilten Baugenehmigungen für Wohngebäude werden nicht dargestellt.

Autor: Daniel Friesenhahn (Referat Steuern, Verwaltungsstatistiken)

Voraussichtliche Baukosten genehmigter Nichtwohngebäude (Neubau) 2015–2025

in Millionen EUR

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Voraussichtliche Baukosten genehmigter Nichtwohngebäude (Neubau) nach Gebäudearten 2024 und 2025

in Millionen EUR

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Baugenehmigungen im Nichtwohnbau 2024 und 2025 nach Gebäudearten und Bauherren (Errichtung neuer Gebäude)

Merkmal

Einheit

2024

2025

Veränderung in %

Nichtwohngebäude insgesamt

Anzahl

1.390   

1.346   

-3,2   

   Anstaltsgebäude

Anzahl

12   

23   

91,7   

   Büro- und Verwaltungsgebäude

Anzahl

58   

75   

29,3   

   landwirtschaftliche Betriebsgebäude

Anzahl

160   

162   

1,3   

   nichtlandwirtschaftliche Betriebsgebäude

Anzahl

973   

907   

-6,8   

   darunter:

 

 

 

 

     Fabrik- und Werkstattgebäude

Anzahl

165   

133   

-19,4   

     Handels- und Lagergebäude

Anzahl

363   

313   

-13,8   

     Hotels und Gaststätten

Anzahl

28   

19   

-32,1   

   sonstige Nichtwohngebäude

Anzahl

187   

179   

-4,3   

Bauherren

 

 

 

 

   öffentliche Bauherren

Anzahl

140   

148   

5,7   

   Unternehmen

Anzahl

712   

640   

-10,1   

   private Haushalte

Anzahl

500   

523   

4,6   

   Organisationen ohne Erwerbszweck

Anzahl

38   

35   

-7,9   

Rauminhalt

1.000 m³

8.176   

8.364   

2,3   

Nutzfläche

100 m²

10.465 

11.668 

11,5   

Veranschlagte Baukosten

 

 

 

 

   je Bauvorhaben

1.000 Euro

1.054   

1.768   

67,8   

   je Kubikmeter Rauminhalt

Euro

179   

285   

58,8   

   Baukosten insgesamt

1.000 Euro

1.464.647 

2.380.012 

62,5   

     öffentliche Bauherren

1.000 Euro

270.982 

495.892 

83,0   

      Unternehmen

1.000 Euro

1.092.136 

1.585.851 

45,2   

      private Haushalte

1.000 Euro

67.500 

132.291 

96,0   

     Organisationen ohne Erwerbszweck

1.000 Euro

34.029 

165.978 

387,8   

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