Maßgeblich für die in Summe annähernd gleichbleibende Entwicklung ist unter anderem, dass die Zahl der Geburten seit einigen Jahren rückläufig ist und auch im Jahr 2025 deutlich unter der Zahl der Gestorbenen liegen dürfte. Für 2025 ist auf der Grundlage der bislang vorliegenden Meldungen der Standesämter eine Gesamtzahl von schätzungsweise 32.300 Neugeborenen zu erwarten. Deren Gesamtzahl liegt damit um rund 20.000 unter der Zahl der im Jahresverlauf gestorbenen Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer. Dieses Defizit kann nicht annähernd durch den für 2025 zu erwartenden Zuwanderungsüberschuss ausgeglichen werden. Für das vergangene Jahr wird ein wanderungsbedingtes Bevölkerungsplus von rund 12.900 Personen erwartet.
Die Schätzung des Bevölkerungsstands zum Jahresende 2025 basiert auf den Ergebnissen der auf Grundlage des Zensus 2022 ermittelten Bevölkerungsfortschreibung zum Jahresende 2024 sowie den Veränderungen im Jahresverlauf 2025 in den Bestandsdaten der rheinland-pfälzischen Meldebehörden in fachlicher Differenzierung nach Geschlecht, Alter sowie Nationalität der Einwohnerinnen und Einwohner. Genauere und differenziertere Angaben sowohl zu den Bevölkerungsständen als auch zu den Zu- und Fortzügen sowie Geburten und Sterbefällen, mit denen der Bevölkerungsstand amtlich fortgeschrieben wird, liegen in einigen Monaten vor.
Zahl nichtdeutscher Mitbürgerinnen und Mitbürger steigt nur noch geringfügig
Nach vorläufigen Ergebnissen ist die Zahl der in Rheinland-Pfalz lebenden Ausländerinnen und Ausländer im vergangenen Jahr um nur noch knapp 300 auf rund 574.300 gestiegen. Gegenüber der ermittelten Zahl aus dem Zensus 2022 ergibt sich insbesondere durch die in den Vorjahren starke Zuwanderung aus Kriegs- und Krisengebieten ein Anstieg um rund 12 Prozent. Annähernd jeder siebte Rheinland-Pfälzer verfügt somit aktuell nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit.
Gesellschaftliche Alterung schreitet weiter voran
Die steigende Lebenserwartung und die vergleichsweise niedrigen Geburtenzahlen der vergangenen Jahrzehnte tragen dazu bei, dass die Gesamtbevölkerung trotz zuwanderungsbedingter Verjüngung kontinuierlich altert. So lebten Ende 2025 schätzungsweise rund 767.600 Personen in Rheinland-Pfalz, die das zwanzigste Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Das sind etwa 10.700 bzw. rund 1,4 Prozent mehr als zum Stichtag des zurückliegenden Zensus im Mai 2022. Rund 2.034.900 Personen waren 20 bis 59 Jahre alt. Diese Bevölkerungsgruppe der potenziell Erwerbstätigen hat sich trotz Zuwanderung aus dem Ausland seit dem Zensus 2022 um annähernd 61.000 Personen bzw. rund 2,9 Prozent verringert. Erneut gestiegen ist demgegenüber die Zahl der 60-Jährigen und Älteren auf nunmehr etwa 1.319.900. Am 15. Mai 2022 zählten noch rund 78.600 Personen weniger zu dieser Altersgruppe. Insgesamt hat sich die Zahl der 60-Jährigen und Älteren seitdem um rund 6,3 Prozent erhöht. Allein im vergangenen Jahr stieg ihre Zahl um etwa 21.500 bzw. 1,7 Prozent.
Bevölkerungszuwachs in den kreisfreien Städten stärker als in den Landkreisen
Bei regionaler Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung zeigt sich, dass die Einwohnerzahl seit dem Zensus 2022 in den kreisfreien Städten deutlich stärker gestiegen ist als in den Landkreisen. Während sich der Bevölkerungsstand bis Ende 2025 in den kreisfreien Städten schätzungsweise um 1,4 Prozent bzw. um 14.500 Personen erhöht hat, dürfte der Bevölkerungszuwachs in den Landkreisen lediglich bei 0,5 Prozent bzw. 13.700 Personen gelegen haben, sodass auch hier von einer stagnierenden Gesamtbevölkerungszahl ausgegangen werden kann.
Die kreisfreie Stadt Ludwigshafen (plus 2,7 Prozent), dicht gefolgt von den kreisfreien Städten Landau in der Pfalz (plus 2,6 Prozent) und Trier (plus 2,5 Prozent), verbuchte die höchsten Zugewinne. Dagegen sank die Bevölkerung in der kreisfreien Stadt Speyer gegenüber dem Zensusstichtag 2022 leicht (minus 0,9 Prozent). In der Summe verzeichneten 17 Landkreise Zugewinne; sieben mussten hingegen zum Teil leichte Einwohnerverluste hinnehmen. Im Landkreis Ahrweiler (plus 1,6 Prozent), dem Rhein-Hunsrück-Kreis (plus 1,3 Prozent) und dem Landkreis Neuwied (plus 1,2 Prozent) nahm die Einwohnerzahl im Vergleich der Landkreise prozentual am stärksten zu. In den Kreisen Südwestpfalz und Kusel verringerten sich die Bevölkerungszahlen im Vergleich zum letzten Zensusstichtag hingegen am stärksten (minus 1,3 bzw. minus 1,2 Prozent).
Methodische Hinweise
Die vorläufigen Ergebnisse zum Bevölkerungsstand am 31. Dezember 2025 wurden auf der Grundlage einer Schätzung ermittelt. Die Grundlage dieser Berechnungen bilden die Ergebnisse der laufenden Bevölkerungsfortschreibung zum 31. Dezember 2024, die auf der Grundlage des Zensus 2022 ermittelt wurden. Diese Ausgangsbasis wurde mit den Bestandsveränderungen aus der kommunalen Melderegisterstatistik für das Jahr 2025 nach Geschlecht, Altersgruppen und Nationalität fortgeschrieben. Regionalergebnisse der Schätzung nach Altersgruppen und Geschlecht liegen bis auf Gemeindeebene, Regionalergebnisse in Differenzierung nach Nationalität bis auf Kreisebene vor.
Endgültige Jahresergebnisse der laufenden Bevölkerungsstatistiken für das Jahr 2025 werden in den kommenden Monaten unmittelbar nach Abschluss der noch laufenden Aufbereitungsarbeiten veröffentlicht. Fachlich und regional tief gegliederte Jahresergebnisse zu Zu- und Fortzügen, Geburten, Sterbefällen sowie Eheschließungen in 2025 sowie den ermittelten Bevölkerungsständen und -strukturen zum 31.12.2025 (auf Basis der Fortschreibung des Zensus 2022) sind voraussichtlich Mitte 2026 verfügbar.
Autor: Gerd Reh (Abteilung Bevölkerung, Zensus, Gesellschaft, Bildung)