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Außenhandel im September 2022: Warenwerte der Ex- und Importe steigen

Die Warenwerte der rheinland-pfälzischen Ex- und Importe nahmen im September 2022 – auch unter dem Einfluss gestiegener Preise – zu. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden Waren im Wert von 5,1 Milliarden Euro ausgeführt; das waren zwölf Prozent mehr als im September 2021. Die Importe stiegen um 22 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Deutschlandweit legten die Warenwerte der Ex- und Importe um 20 bzw. 31 Prozent zu.

 Ausfuhren

Rund 56 Prozent der Exporte gingen in die Mitgliedstaaten der EU. Die Zunahmen der Ausfuhren in die EU-Länder sowie in die Euro- bzw. Nicht-Euro-Länder lagen zwischen 14 und 16 Prozent. Die Exporte in das übrige Europa gingen aufgrund der rückläufigen Ausfuhren in die Türkei und nach Russland (minus 33 bzw. 58 Prozent) um 4,2 Prozent zurück.

Aufgrund der hohen Exporte in die USA (plus 27 Prozent) stiegen die Ausfuhren auf den gesamten amerikanischen Kontinent um 22 Prozent. Die Exportzunahme nach Asien betrug nur 0,5 Prozent. Ursächlich für den schwachen Anstieg waren die rückläufigen Exporte nach China (minus 16 Prozent).

Die Ausfuhr chemischer Erzeugnisse verharrte auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen exportierten 85 Prozent mehr. Deutliche Ausfuhrzunahmen gab es auch in der Metallherstellung (plus 56 Prozent). Unter den Ergebnissen des Vorjahresmonats lagen die Exporte der Pharmaindustrie sowie der Hersteller von Maschinen (minus elf bzw. 3,5 Prozent).

 Einfuhren

Die rheinland-pfälzischen Importe stiegen gegenüber September 2021 um 22 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Rund 61 Prozent der eingeführten Waren kamen aus EU-Ländern. Die Importe aus der EU sowie den Euro-Ländern stiegen um 23 bzw. 29 Prozent. Aus den Nicht-Euro-Ländern wurden 7,4 Prozent mehr eingeführt; aus dem übrigen Europa waren es 8,9 Prozent.

Die Einfuhren vom amerikanischen und asiatischen Kontinent legten um 28 bzw. 29 Prozent zu. Ausschlaggebend hierfür waren die deutlichen Zunahmen im Handel mit den USA und China (plus 55 bzw. 49 Prozent).

Außenhandel mit der russischen Föderation und Ukraine

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine schlägt sich weiterhin in den Außenhandelszahlen beider Länder nieder. Die Maßnahmen, die als Reaktion auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine ergriffen wurden, führten zu einem Rückgang der Ausfuhren nach Russland um 58 Prozent auf einen Warenwert von 29 Millionen Euro. Die Einfuhren reduzierten sich um 61 Prozent. Die Ausfuhren in die Ukraine legten um 14 Prozent auf 17 Millionen Euro zu. Der Wert der eingeführten Waren konnte sich ausgehend von einem niedrigen Niveau auf 4,6 Millionen Euro mehr als verdoppeln (plus 112 Prozent).

Zeitraum Januar bis September

Die Werte der aus- und eingeführten Waren nahm im ersten Dreivierteljahr gegenüber den Vorjahresergebnissen um 13 bzw. 18 Prozent zu. Die Ex- und Importe in die EU-Länder stiegen um 15 bzw. 17 Prozent.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.
Aus Gründen der Vergleichbarkeit wird die EU in der Abgrenzung der EU-27, also ohne das Vereinigte Königreich, betrachtet.

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

Liniendiagramm: Ausfuhren 2020 bis 2022 nach MonatenLiniendiagramm: Ausfuhren und Einfuhren 2021 und 2022 nach MonatenBalkendiagramm: Ausfuhren im September 2022 nach GüterabteilungenBalkendiagramm: Ausfuhren von Januar bis September 2022 nach GüterabteilungenBalkendiagramm: Die zehn wichtigsten Handespartner – Ausfuhren im September 2021 und 2022Balkendiagramm: Die zehn wichtigsten Handespartner – Einfuhren im September 2021 und 2022Säulendiagramm: Außenhandel mit der Ukraine und mit Russland 2022 nach Monaten

Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen im September 2021 und September 2022
Merkmal20212022Veränderung
in %
Mill. EURAnteil in %Mill. EURAnteil in %
EU-Länder2.50454,92.87056,114,6
 Eurozone1.90541,72.17942,614,4
Nicht Eurozone60013,169013,515,2
Übriges Europa60713,358111,4-4,2
Amerika69115,184616,622,4
Asien61713,562012,10,5
Afrika1002,21392,738,2
Australien / Ozeanien430,9551,128,1
Ausfuhr insgesamt4.562100,05.112100,012,1
EU-Länder2.08060,82.56261,423,2
 Eurozone1.55145,31.99447,828,5
Nicht Eurozone52915,556813,67,4
Übriges Europa3219,43498,48,9
Asien66719,585620,528,3
Amerika2677,83468,329,4
Afrika772,2441,0-42,8
Australien / Ozeanien70,2120,360,5
Einfuhr insgesamt3.422100,04.174100,022,0
1 vorläufig.
Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen von Januar bis September 2021 und 2022¹
Merkmal20212022Veränderung
in %
Mill. EURAnteil in %Mill. EURAnteil in %
EU-Länder23.02056,126.34857,014,5
 Eurozone17.33842,220.06343,415,7
Nicht Eurozone5.68213,86.28513,610,6
Übriges Europa5.51213,45.16711,2-6,3
Amerika5.40513,27.00915,229,7
Asien5.69613,95.90212,83,6
Afrika9012,21.2172,635,0
Australien / Ozeanien5271,35721,28,7
Ausfuhr insgesamt41.063100,046.219100,012,6
EU-Länder18.80760,821.96060,216,8
 Eurozone14.34746,416.88046,317,7
Nicht Eurozone4.46114,45.08013,913,9
Übriges Europa3.0599,93.1628,73,4
Asien5.86819,07.14919,621,8
Amerika2.5798,33.1518,622,2
Afrika5211,79222,576,9
Australien / Ozeanien610,2810,232,5
Einfuhr insgesamt30.911100,036.453100,017,9
1 vorläufig.

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