Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfenden Familienangehörigen befindet sich seit 2014 in einem Abwärtstrend. Seit Anfang 2024 verringert sich auch die marginale Beschäftigung. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erhöhte sich im dritten Vierteljahr nur leicht.
Beschäftigungszunahme im Dienstleistungssektor
Positive Impulse kamen aus den Dienstleistungsbereichen . Hier nahm die Zahl der Erwerbstätigen im dritten Vierteljahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7.100 Personen bzw. 0,5 Prozent zu (Deutschland: plus 0,4 Prozent) und erreichte einen neuen Höchstwert. Allerdings war der Anstieg ausschließlich auf den größten Teilbereich „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit“ zurückzuführen. Die Zahl der Erwerbstätigen erhöhte sich hier kräftig um 11.200 Personen (plus 1,5 Prozent; Deutschland: ebenfalls plus 1,5 Prozent). Im Teilbereich „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ waren hingegen 3.300 Personen weniger tätig als im zweiten Quartal 2024 (minus 0,7 Prozent; Deutschland: minus 0,3). Im kleinsten Teilbereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen“ sank die Zahl der Erwerbstätigen um 800 Personen (minus 0,3 Prozent; Deutschland: minus 0,5 Prozent).
Erwerbstätigkeit im Produzierenden Gewerbe stark rückläufig
Im Produzierenden Gewerbe nahm die Erwerbstätigkeit ebenfalls ab. Von Juli bis September 2025 arbeiteten in diesem Bereich 9.000 Personen weniger als ein Jahr zuvor (minus 1,8 Prozent; Deutschland: minus 1,6 Prozent). Das ist vor allem auf den größten Teilbereich, das Verarbeitende Gewerbe, zurückzuführen. Hier sank die Zahl der Erwerbstätigen um 7.900 Personen bzw. 2,2 Prozent (Deutschland: minus 2,3 Prozent). Aber auch das Baugewerbe verzeichnete einen Beschäftigungsrückgang. Das Minus betrug in diesem Bereich 1.800 Personen bzw. 1,4 Prozent (Deutschland: minus 0,7 Prozent).
Beschäftigung in der Landwirtschaft sinkt leicht
Auch in der Landwirtschaft verringerte sich die Beschäftigung im dritten Quartal. Die Zahl der Erwerbstätigen ging um 500 Personen bzw. 1,4 Prozent zurück (Deutschland: minus 0,2 Prozent).
Methodische Hinweise
Die Zahl der Erwerbstätigen (siehe Definition Erwerbstätige) wird als durchschnittliche Größe des Berichtszeitraums am Arbeitsort (Inlandskonzept) ausgewiesen, das heißt die Angaben beziehen sich auf Erwerbstätige, die – unabhängig von ihrem Wohnort – ihren Arbeitsplatz im jeweiligen Gebiet hatten. Zu den Erwerbstätigen zählen alle Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte sowie Heimarbeiter und marginal Beschäftigte) oder als Selbstständige einschließlich mithelfender Familienangehörigen eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig von der Dauer der tatsächlich geleisteten oder vertragsmäßig zu leistenden Arbeitszeit. Im Falle mehrerer Tätigkeiten wird der Erwerbstätige nur einmal gezählt (Personenkonzept).
Die Ergebnisse sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes von November 2025.
Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung der Länder“ unter www.ak-etr.de.
Autorin: Dr. Annette Tennstedt (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt)