Veränderungen gegenüber April 2025
Auch im April 2026 wirkten die deutlichen Preissteigerungen bei den Energieprodukten inflationstreibend. So mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher 9,5 Prozent mehr für Energie bezahlen als ein Jahr zuvor. Insbesondere die Preise von Mineralölprodukten lagen erheblich über den Preisen des Vorjahresmonats (plus 25,8 Prozent): Die Kraftstoffpreise stiegen um 24,2 Prozent und die Preise für Heizöl (einschließlich Betriebskosten) um 23,2 Prozent. Grund hierfür dürfte weiterhin der Iran-Krieg und die damit zusammenhängende Blockade der Straße von Hormus sein. Ebenfalls teurer waren feste Brennstoffe (plus 6,4 Prozent) sowie Gas (einschließlich Betriebskosten; plus 0,9 Prozent). Günstiger aus Verbrauchersicht entwickelten sich dagegen Strom und Fernwärme (minus 5,6 Prozent bzw. minus 0,2 Prozent). Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise im April 2026 um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die Nahrungsmittelpreise stiegen gegenüber April 2025 um 1,2 Prozent. Bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren fiel der Preiszuwachs besonders hoch aus (plus 7,8 Prozent). Beispielsweise kosteten Riegel oder andere Erzeugnisse aus Schokolade 18,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Weitere spürbare Preiserhöhungen gab es bei Fleisch und Fleischwaren (plus 3,6 Prozent; darunter Rind- und Kalbfleisch plus neun Prozent). Günstiger waren hingegen Speisefette und Speiseöle (minus 11,6 Prozent); unter anderem sanken die Preise für Butter um 23,3 Prozent. Aber auch Molkereiprodukte und Eier wurden billiger angeboten (minus 3,5 Prozent). So nahmen die Preise für Quark um 20 Prozent ab.
Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, sank im April 2026 leicht auf 2,2 Prozent. Im Vormonat März betrug sie 2,3 Prozent.
Die Preise für Waren und für Dienstleistungen stiegen binnen Jahresfrist jeweils um 2,7 Prozent. Wie auch im März 2026, als die Preise für Waren ebenfalls um 2,7 Prozent stiegen, dürfte die deutliche Preissteigerung bei Mineralölprodukten Grund für die höhere Teuerungsrate bei Waren im Vergleich zu den Vormonaten gewesen sein. Der Zuwachs bei den Dienstleistungspreisen fiel schwächer aus als im März 2026, als sich Dienstleistungen im Durchschnitt um drei Prozent verteuerten.
In fast allen zwölf Abteilungen des Verbraucherpreisindex legten die Preise im Vergleich zum April 2025 zu. Die größten Preissteigerungen gab es mit einem Plus von sieben Prozent im Bereich „Verkehr“. Dies dürfte auf die gestiegenen Kraftstoffpreise zurückzuführen sein. Mit plus 5,2 Prozent folgte die Abteilung „Anderen Waren und Dienstleistungen“, zu der unter anderem Versicherungen sowie Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie die ambulante und stationäre Pflege gehören. Überdurchschnittliche Preiserhöhungen wurden zudem in den Bereichen „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ (plus 3,7 Prozent) sowie „Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen“ registriert (plus 2,9 Prozent). Lediglich im Bereich „Möbel, Leuchten, Geräte und anderes Haushaltszubehör“ gab es geringfügige Preissenkungen (minus 0,1 Prozent).
Veränderungen gegenüber März 2026
Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. In neun der zwölf Abteilungen war das Preisniveau höher als im März 2026. Die größte Zunahme war in den Abteilungen „Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen“ sowie „Andere Waren und Dienstleistungen“ zu verzeichnen (jeweils plus 0,8 Prozent). Es folgten die Bereiche „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“, „Gesundheit“ sowie „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ mit jeweils plus 0,4 Prozent. Bei „Möbeln, Leuchten, Geräten und anderes Haushaltszubehör“ lagen die Preise um 0,3 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. In den Abteilungen „Bekleidung und Schuhe“ sowie „Post und Telekommunikation“ blieben die Preise gegenüber dem Vormonat unverändert.
Methodische Hinweise
Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in elf rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 23 Preisermittelnde im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 700 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenanntes Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Nahrungsmittel und Energie als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat April 2026 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 6. Mai 2026 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.
Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)