| Preise

Inflationsrate steigt im März deutlich

Die Teuerungsrate in Rheinland-Pfalz, die anhand der Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat gemessen wird, lag im März 2026 bei plus 2,9 Prozent. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, ist das die höchste Rate seit Dezember 2024. Im Februar wie auch im Januar 2026 betrug die Inflationsrate plus 1,9 Prozent.

Veränderungen gegenüber März 2025

Getrieben wurde die Teuerung vor allem von steigenden Preisen für Energie, die sich binnen Jahresfrist um 10,3 Prozent erhöhten. Dabei schlug insbesondere der starke Preisanstieg bei Mineralölprodukten zu Buche (plus 27,5 Prozent). Ursächlich hierfür dürfte der Iran-Krieg und die damit zusammenhängende Blockade der Straße von Hormus sein, dem wichtigsten maritimen Handelsweg für den globalen Ölhandel. Die Kraftstoffpreise lagen im Durchschnitt 25,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats: Für Dieselkraftstoff mussten die Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer 37,8 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat, für Superbenzin 22,1 Prozent. Die Preise für Heizöl (einschließlich Betriebskosten) zogen ebenfalls spürbar an (plus 25,1 Prozent). Wesentlich schwächer fielen die Preissteigerungen bei Gas (einschließlich Betriebskosten) und festen Brennstoffen aus (plus 0,5 Prozent bzw. plus 0,2 Prozent). Billiger binnen Jahresfrist wurden Fernwärme und Strom (minus 1,2 Prozent bzw. minus 4,2 Prozent). Ohne Berücksichtigung der Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise im März 2026 um 2,2 Prozent.

Die Nahrungsmittelpreise lagen um ein Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher zum Beispiel beim Kauf von Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (plus 8,4 Prozent). So verteuerten sich „Riegel oder andere Erzeugnisse aus Schokolade“ um 19,3 Prozent. Bei Obst sowie Fleisch und Fleischwaren stiegen die Preise ebenfalls um mehr als drei Prozent (darunter Obstkonserven plus 23,4 Prozent und Geflügelfleisch plus 8,1 Prozent). Deutlich günstiger als im Vorjahresmonat wurden hingegen Speisefette und Speiseöle angeboten (minus 15,5 Prozent). Beispielsweise verbilligte sich Butter um 26,3 Prozent. Für Molkereiprodukte und Eier mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls weniger bezahlen als im März 2025 (minus 3,1 Prozent, darunter Quark minus 23 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, war im März leicht rückläufig. Sie lag bei plus 2,3 Prozent nach plus 2,5 Prozent im Februar. 

Aufgrund der deutlichen Preissteigerung bei Mineralölprodukten fiel die Teuerungsrate bei Waren höher aus als in den Vormonaten: Im März verteuerten sich Waren im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent, nach jeweils einem Prozent im Januar und Februar. Die Preise für Dienstleistungen legten um drei Prozent zu. Der Anstieg war damit genauso hoch wie im Februar 2026. 

Unter den zwölf Abteilungen des Verbraucherpreisindex verzeichnete der Bereich „Verkehr“ gegenüber dem Vorjahresmonat die höchste Teuerungsrate (plus 8,5 Prozent). Dabei fiel insbesondere der deutliche Anstieg der Kraftstoffpreise ins Gewicht. Merkliche Preiserhöhungen gab es zudem bei „Anderen Waren und Dienstleistungen“ (plus 4,7 Prozent). Zu dieser Abteilung zählen unter anderem Waren und Dienstleistungen aus dem Bereich „Körperpflege“, Dienstleistungen sozialer Einrichtungen sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Am geringsten fielen die Preiszuwächse mit plus 0,1 Prozent in der Abteilung „Möbel, Leuchten, Geräte und anderes Haushaltszubehör“ aus.

Veränderungen gegenüber Februar 2026

Im Vergleich zum Vormonat Februar stieg der Verbraucherpreisindex um 1,2 Prozent. Das ist der höchste Anstieg seit September 2022, als die Preise 1,4 Prozent höher waren als im Monat zuvor. In sieben der zwölf Abteilungen war das Preisniveau höher als im Vormonat: Die größten Preissteigerungen wurden in der Abteilung „Verkehr“ beobachtet (plus 5,4 Prozent). Das ist vor allem auf die Preissteigerung bei Kraftstoffen (plus 19,5 Prozent gegenüber dem Vormonat) zurückzuführen. Es folgte der Bereich „Bekleidung und Schuhe“ mit einem Plus von 3,7 Prozent. In vier Abteilungen sank das Preisniveau im Vergleich zum Vormonat: Am stärksten fielen die Preissenkungen in der Abteilung „Gesundheit“ aus (minus 0,3 Prozent). Im Bereich „Möbel, Leuchten, Geräte und anderes Haushaltszubehör“ blieben die Preise im Durchschnitt konstant.

Methodische Hinweise

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in elf rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 23 Preisermittelnde im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 700 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenanntes Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Nahrungsmittel und Energie als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat März 2026 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 7. April 2026 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)

Verbraucherpreisindex für Rheinland-Pfalz und für Deutschland

Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat in %

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Verbraucherpreise 2023–2026 nach Monaten

Messzahl: Januar 2023=100

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Verbraucherpreisindex für Rheinland-Pfalz nach Waren- und Dienstleistungsgruppen im März 2026

Veränderung gegenüber März 2025 in %

In Klammern: Anteile am Wägungsschema.
 

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Verbraucherpreisindex für Rheinland-Pfalz nach Waren- und Dienstleistungsgruppen im März 2026

Veränderung gegenüber Februar 2026 in %

In Klammern: Anteile am Wägungsschema.
 

© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Verbraucherpreisindex für Rheinland-Pfalz

Preisindizes
- für Gütergruppen
- für die Lebenshaltung insgesamt

Wägungsanteil am Gesamtindex* in %

Indexstand

Veränderung gegenüber

März 
 2026

März 
2025

Februar
 2026

Basis
2020=100

%

Waren- und Dienstleistungsgruppen

Wohnung, Wasser, Strom, Gas u. a. Brennstoffe

25,9

119,1

1,3

0,7

Verkehr1

13,8

135,7

8,5

5,4

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke

11,9

135,9

1,5

0,1

Freizeit, Unterhaltung und Kultur

10,4

116,6

1,8

0,7

Andere Waren und Dienstleistungen

9,9

131,5

4,7

0,2

Möbel, Leuchten, Geräte u. a. Haushaltszubehör

6,8

119,9

0,1

0,0

Gesundheit

5,5

114,1

2,4

-0,3

Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen

4,7

131,9

2,5

-0,2

Bekleidung und Schuhe

4,2

113,6

1,3

3,7

Alkoholische Getränke und Tabakwaren

3,5

129,3

3,6

0,9

Post und Telekommunikation

2,3

99,2

0,8

-0,1

Bildungswesen

0,9

118,0

2,2

-0,1

Gesamtlebenshaltung

Verbraucherpreisindex

100,0

124,4

2,9

1,2

Kerninflationsrate

Gesamtindex ohne Nahrungsmittel und Energie

82,1

120,1

2,3

0,4

* Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Verbraucherpreisindex berücksichtigt. Der Wägungsanteil gibt beispielsweise an, welchen Anteil die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke an den gesamten Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte haben.                
1 Die Abteilung Verkehr enthält Kraftstoffe und andere Waren sowie Dienstleistungen für Fahrzeuge, den Kauf von Fahrzeugen sowie die Beförderung von Personen und Gütern im Schienen-, Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr.                

Preisspiegel für Haushaltsenergie und Kraftstoffe

Güterart

Veränderung in Prozent gegenüber

Februar 2026

März 2025

Jahr 2020

Energie insgesamt

9,6

10,3

55,9

Haushaltsenergie insgesamt

2,7

0,3

45,4

Heizöl, einschl. Betriebskosten

31,3

25,1

88,5

Strom

-0,2

-4,2

17,5

Gas, einschl. Betriebskosten

0,4

0,5

84,8

Feste Brennstoffe

-5,5

0,2

76,2

Fernwärme u. A.

0,0

-1,2

63,5

Kraftstoffe insgesamt

19,5

25,6

70,9

Superbenzin

16,5

22,1

63,2

Dieselkraftstoff

29,7

37,8

96,0

Preisspiegel ausgewählter Nahrungs- und Genussmittel

Güterart

Veränderung in Prozent gegenüber

Februar 2026

März 2025

Jahr 2020

Kartoffeln

0,8

-17,4

2,6

Butter

2,7

-26,3

6,9

Margarine oder Pflanzenfett

-2,3

1,4

64,5

Roggenbrot oder Mischbrot

-0,1

1,1

36,9

Weizenmehl

1,5

2,0

56,5

Reis

0,0

-1,8

34,9

Pils, Lager, Schwarzbier o. a. untergäriges Bier

3,0

1,6

18,6

Frisches Brötchen

0,7

2,2

41,1

Salami, Zervelatwurst oder andere Dauerwurst

-0,4

-0,9

21,7

Rinderroulade oder Rinderlende

-2,2

8,7

44,0

Weißwein

-1,7

-1,1

25,5

Mineralwasser mit Kohlensäure

1,0

2,3

27,2

Joghurt

6,5

6,4

38,6

Hartkäse

0,1

-1,4

36,6

Bohnenkaffee

1,7

15,1

59,7

Pizza, Quiches oder Ähnliches

-1,3

1,0

34,1

Bananen

-0,8

-0,3

14,9

Eier

1,7

11,8

55,8

Schokoladentafel

-3,0

6,1

68,5

Schweinebraten

-0,9

-1,5

20,8

Nudeln

3,2

-0,5

34,2

Apfelsaft oder ähnlicher Fruchtsaft

1,2

-0,5

47,1

Vollmilch

0,2

-6,5

32,0

Tomaten

3,2

9,3

16,7

Äpfel

-0,4

0,7

10,1

Weintrauben

3,8

-6,3

13,7

#Themen

Preise

Teilen

Zurück