Veränderungen gegenüber März 2025
Getrieben wurde die Teuerung vor allem von steigenden Preisen für Energie, die sich binnen Jahresfrist um 10,3 Prozent erhöhten. Dabei schlug insbesondere der starke Preisanstieg bei Mineralölprodukten zu Buche (plus 27,5 Prozent). Ursächlich hierfür dürfte der Iran-Krieg und die damit zusammenhängende Blockade der Straße von Hormus sein, dem wichtigsten maritimen Handelsweg für den globalen Ölhandel. Die Kraftstoffpreise lagen im Durchschnitt 25,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats: Für Dieselkraftstoff mussten die Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer 37,8 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat, für Superbenzin 22,1 Prozent. Die Preise für Heizöl (einschließlich Betriebskosten) zogen ebenfalls spürbar an (plus 25,1 Prozent). Wesentlich schwächer fielen die Preissteigerungen bei Gas (einschließlich Betriebskosten) und festen Brennstoffen aus (plus 0,5 Prozent bzw. plus 0,2 Prozent). Billiger binnen Jahresfrist wurden Fernwärme und Strom (minus 1,2 Prozent bzw. minus 4,2 Prozent). Ohne Berücksichtigung der Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise im März 2026 um 2,2 Prozent.
Die Nahrungsmittelpreise lagen um ein Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher zum Beispiel beim Kauf von Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (plus 8,4 Prozent). So verteuerten sich „Riegel oder andere Erzeugnisse aus Schokolade“ um 19,3 Prozent. Bei Obst sowie Fleisch und Fleischwaren stiegen die Preise ebenfalls um mehr als drei Prozent (darunter Obstkonserven plus 23,4 Prozent und Geflügelfleisch plus 8,1 Prozent). Deutlich günstiger als im Vorjahresmonat wurden hingegen Speisefette und Speiseöle angeboten (minus 15,5 Prozent). Beispielsweise verbilligte sich Butter um 26,3 Prozent. Für Molkereiprodukte und Eier mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls weniger bezahlen als im März 2025 (minus 3,1 Prozent, darunter Quark minus 23 Prozent).
Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, war im März leicht rückläufig. Sie lag bei plus 2,3 Prozent nach plus 2,5 Prozent im Februar.
Aufgrund der deutlichen Preissteigerung bei Mineralölprodukten fiel die Teuerungsrate bei Waren höher aus als in den Vormonaten: Im März verteuerten sich Waren im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent, nach jeweils einem Prozent im Januar und Februar. Die Preise für Dienstleistungen legten um drei Prozent zu. Der Anstieg war damit genauso hoch wie im Februar 2026.
Unter den zwölf Abteilungen des Verbraucherpreisindex verzeichnete der Bereich „Verkehr“ gegenüber dem Vorjahresmonat die höchste Teuerungsrate (plus 8,5 Prozent). Dabei fiel insbesondere der deutliche Anstieg der Kraftstoffpreise ins Gewicht. Merkliche Preiserhöhungen gab es zudem bei „Anderen Waren und Dienstleistungen“ (plus 4,7 Prozent). Zu dieser Abteilung zählen unter anderem Waren und Dienstleistungen aus dem Bereich „Körperpflege“, Dienstleistungen sozialer Einrichtungen sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Am geringsten fielen die Preiszuwächse mit plus 0,1 Prozent in der Abteilung „Möbel, Leuchten, Geräte und anderes Haushaltszubehör“ aus.
Veränderungen gegenüber Februar 2026
Im Vergleich zum Vormonat Februar stieg der Verbraucherpreisindex um 1,2 Prozent. Das ist der höchste Anstieg seit September 2022, als die Preise 1,4 Prozent höher waren als im Monat zuvor. In sieben der zwölf Abteilungen war das Preisniveau höher als im Vormonat: Die größten Preissteigerungen wurden in der Abteilung „Verkehr“ beobachtet (plus 5,4 Prozent). Das ist vor allem auf die Preissteigerung bei Kraftstoffen (plus 19,5 Prozent gegenüber dem Vormonat) zurückzuführen. Es folgte der Bereich „Bekleidung und Schuhe“ mit einem Plus von 3,7 Prozent. In vier Abteilungen sank das Preisniveau im Vergleich zum Vormonat: Am stärksten fielen die Preissenkungen in der Abteilung „Gesundheit“ aus (minus 0,3 Prozent). Im Bereich „Möbel, Leuchten, Geräte und anderes Haushaltszubehör“ blieben die Preise im Durchschnitt konstant.
Methodische Hinweise
Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in elf rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 23 Preisermittelnde im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 700 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenanntes Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Nahrungsmittel und Energie als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat März 2026 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 7. April 2026 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.
Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)