Umgekehrt studierten 47.100 junge Erwachsene in Rheinland-Pfalz, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in einem anderen Bundesland erworben haben. Neben diesen Studierenden aus anderen Bundesländern waren weitere rund 14.300 Studierende mit einer im Ausland erworbenen Studienberechtigung an einer der rheinland-pfälzischen Hochschulen immatrikuliert. Insgesamt kamen 56 Prozent der Studierenden aus anderen Bundesländern oder dem Ausland.
Negativer Studierendenwanderungssaldo
Wird die Abwanderung von rheinland-pfälzischen Studienberechtigten von den aus anderen Bundesländern zugezogenen Studierenden abgezogen, ergibt sich der sogenannte binnendeutsche Studierendenwanderungssaldo. Obwohl aus dem Saarland (plus 3.600), Niedersachsen (plus 400) und Schleswig-Holstein (plus 160) mehr Studierende zuwanderten als dorthin abgewandert sind, fällt der Studierendenwanderungssaldo im Wintersemester 2024/25 mit minus 20.300 wie bereits in den Vorjahren deutlich negativ aus. Grund dafür ist, dass wesentlich mehr rheinland-pfälzische Studienberechtigte insbesondere in den Ländern Nordrhein-Westfalen (minus 7.300), Baden-Württemberg (minus 6.900), Thüringen (minus 4.000), Berlin (minus 1.700) und Bayern (minus 1.500) ein Studium aufgenommen haben als umgekehrt.
Mit Blick auf die Entwicklung seit Anfang der 2010er Jahre wird deutlich, dass der zunächst positive Wanderungssaldo kontinuierlich zurückging und seit 2014/15 zunehmend negativ ausfällt. Ursache dafür ist unter anderem der Wegfall der Studiengebühren in den anderen Ländern und die hohe Attraktivität einzelner Hochschulen außerhalb von Rheinland-Pfalz, beispielsweise der „Exzellenz-Universitäten“ in Aachen, Bonn, Karlsruhe Tübingen, München, Dresden und Heidelberg.
Auffällig ist, dass der negative Studierendenwanderungssaldo bei Männern (minus 11.900) stärker ausfällt als bei den Frauen (minus 8.500). Dieser Unterschied ist ein Hinweis darauf, dass an rheinland-pfälzischen Hochschulen gegebenenfalls Bedarf besteht, insbesondere die Attraktivität von Studiengängen zu fördern, die traditioneller eher von Männern belegt werden.
Methodische Hinweise
Die Daten stammen aus der Studierendenstatistik. Diese Daten werden von den Hochschulen für alle Studierenden an die statistischen Landesämter gemeldet. Die Auswertung der Studierendenströme über Landesgrenzen hinweg erfolgt durch das Statistische Bundesamt.
Autor: Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)