Im Jahr 2024 entfielen im Landesdurchschnitt rund 4.900 Bürgerinnen und Bürger auf eine Apotheke. Zehn Jahre zuvor sind es noch 3.700 gewesen. Damit stieg – trotz gealterter und damit in der Folge versorgungsintensiverer Bevölkerung – die Zahl der zu versorgenden Einwohnerinnen und Einwohner je Apotheke binnen der zurückliegenden Dekade um 32 Prozent; gegenüber 2004 sogar um 43 Prozent. Ursachen können unter anderem steigende Betriebskosten bei langjährig gleichbleibenden Sätzen der Apothekenvergütung, der konkurrierende Online-Handel, herausfordernde Lieferengpässe und der Fachkräftemangel, einschließlich fehlender Nachfolgen, sein.
Alle Kreise vom Rückgang betroffen
Die kreisfreien Städte (minus 25 Prozent) waren vom Apothekenrückgang zwischen 2014 und 2024 etwas stärker betroffen als die Landkreise (minus 21 Prozent). Am deutlichsten sank die Zahl der Apotheken in Pirmasens: Hier hat sie sich innerhalb von zehn Jahren beinahe halbiert (minus 47 Prozent). Auch die Landkreise Südwestpfalz, Donnersberg und Rhein-Lahn verzeichnen in dem zehnjährigen Beobachtungszeitraum jeweils einen Rückgang von mehr als einem Drittel. Demgegenüber nahm die Apothekenzahl in den Kreisen Birkenfeld und Bad Dürkheim zwischen 2014 und 2024 nicht nennenswert ab.
Immer mehr Apothekernachwuchs aus dem Ausland
Im Jahr 2024 waren nach Angabe der Landesapothekerkammer rund 2.500 Apothekerinnen und Apotheker in öffentlichen Apotheken und etwa 170 in Krankenhausapotheken tätig. Im selben Jahr schlossen in Rheinland-Pfalz zudem 68 angehende Pharmazeutinnen und Pharmazeuten ihr Staatsexamen erfolgreich ab. Daneben wurden von den hierfür zuständigen Landesstellen rund 48 im Ausland erworbene Apothekerabschlüsse (Approbationen) vollständig anerkannt. Damit wurden in 2024 rund 41 Prozent der potenziellen Nachwuchskräfte für Apotheken über das Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse gewonnen. Zehn Jahre zuvor waren es 28 Prozent gewesen. Zwischen 2014 und 2024 wurden die in Rheinland-Pfalz anerkannten Apothekerabschlüsse am häufigsten in Syrien, Ägypten und Bosnien-Herzegowina erlangt.
Die Auszubildendenzahl der Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA) hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert. Zwischen 2014 und 2024 stieg sie leicht von 235 auf 244 angehende Fachkräfte (plus 3,8 Prozent). Insgesamt waren in 2024 landesweit rund 2.900 PTA in öffentlichen Apotheken beschäftigt.
Methodische Hinweise
Die Zahlen stammen aus der Meldung der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz, die für Zwecke der Gesundheitsberichterstattung (GBE) aufbereitet wurden, der Bevölkerungsstatistik, der Anerkennungsstatistik, der Hochschulprüfungsstatistik und der Statistik der Schulen des Gesundheitswesens.
Autor: Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)